Nach einer Einweisung durch Andreas Blankenhorn (hinten) waren die Konfirmanden selbstständig als Brotbäcker aktiv. Foto: Ralf Recklies

Im Rahmen der Aktion „5000 Brote“ haben die acht Konfirmanden der Michaelskirchengemeinde Stuttgart-Degerloch Konfi-Pfünderle gebacken. Diese werden zugunsten von internationalen Jugendbildungsprojekten verkauft.

Degerloch - Sarah war am Mittwoch nicht zum ersten Mal in der Backstube von Andreas Blankenhorn an der Albstraße. Das letzte Mal hatte sie dort im Rahmen des Pfingstferienprogramms Brezeln gebacken. Jetzt durfte sie ihr Geschick als Brotbäckerin unter Beweis stellen. Gemeinsam mit ihren sieben Mitkonfirmanden der Michaelskirchengemeinde hat Sarah in der Degerlocher Traditionsbäckerei, die Andreas Blankenhorn vor 19 Jahren von seinem Vater übernommen hat, Konfi-Pfünderle im Rahmen der Brot-für-die-Welt-Aktion „5000 Brote“ hergestellt und resümiert am Ende: „Es ist gut zu wissen, wie so ein Brot entsteht.“

Brot aus Weizen- und Roggenmehl

Sarah und ihre Konfi-Kameraden hatten viel Spaß daran, aus einem großen Haufen Teig handliche Brotlaibe zu formen und zu backen. Diese sind dann am Donnerstag in der Bäckerei Blankenhorn angeboten worden. Noch bis diesen Samstag gibt es dort die Konfi-Pfünderle zu kaufen. Das aus Weizen- und Roggenmehl hergestellte Brot wird zudem am Sonntag nach dem Gottesdienst in der Michaelskirche angeboten. Erkennungszeichen: ein markantes Kreuz auf der Oberfläche.

„Ich habe immer wieder Kinder und Jugendliche in der Backstube“, sagte Blankenhorn. Er hält es für wichtig, dass die jungen Leute wissen, wie und wo Brot traditionell hergestellt wird. „Aus regionalen Zutaten“, wie Blankenhorn sagt, „und nicht aus Tiefkühlrohlingen aus dem Osten“. Den Teig für seine Backwaren stellt der Bäcker- und Konditormeister in der Regel nach eigenen Rezepten her. Zur Herstellung des Konfi-Brotteigs hat er dem Mehl lediglich vier weitere Zutaten zugemischt: Hefe, Wasser, Natursauerteig und Salz. Dabei sei es wichtig, dass das Salz nicht direkt mit der Hefe in Kontakt komme: „Sonst geht er nicht auf“, sagte Blankenhorn.

Teig wird nach eigenen Rezepten hergestellt

Die Brote, die am Ende rund 500 Gramm wiegen sollten, wurden aus jeweils rund 580 Gramm Teigmasse gefertigt, „denn beim Backen bei 230 bis 250 Grad verlieren die Brote etwa 15 Prozent an Gewicht – durch Wasserverlust“, sagte Blankenhorn. Der Erlös aus dem Brotverkauf – die Zutaten hat Blankenhorn gespendet – geht an Brot für die Welt. Mit dem Geld werden drei Bildungsprojekte für Jugendliche in El Salvador, Indien und Äthiopien unterstützt. „Die Konfirmanden der Michaelskirchengemeinde sind zum zweiten Mal an der Aktion ,5000 Brote’ beteiligt, die in diesem Jahr bundesweit zum dritten Mal stattfindet“, sagte Pfarrer Albrecht Conrad. Den konzentrierten Einsatz, den die Teenager am Mittwoch in der Backstube zeigten, beeindruckte Andreas Blankenhorn. Auch Albrecht Conrad war der Auffassung, dass die acht Jungbäcker „eine Supertruppe“ sind. Einige von ihnen haben als solche auch bereits daheim Erfahrung gesammelt. Meist beim Kuchen- oder Muffinsbacken, wie sagten. So auch Lenny, der davon erzählte, dass er regelmäßig Zimtschnecken backt – und von Freunden sogar schon Bestellungen hat. Da ließ die Aufforderung, solche in der Vorweihnachtszeit auch einmal in den Konfirmationsunterricht mitzubringen, nicht lange auf sich warten.

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