Diese Kopie einer Tafel von Bartholomäus Spranger stammt nicht aus einem Kunstband, sondern aus den Akten der Staasanwaltschaft Augsburg: Noch immer sind viele Raubkunst-Fälle ungeklärt. Foto: dpa

Ist Deutschland zu untätig bei der Suche nach NS-Raubkunst? Diese Schelte gibt es. Aber nun ist Berlin immerhin Tagungsort einer internationalen Konfenrez, die sich dem diffizilen Thema Raubkunst widmet.

Berlin - In Berlin beraten von Montag, 26. November 2018, an rund 1000 Experten aus aller Welt über den Umgang mit NS-Raubkunst. Zwanzig Jahre nach der Verabschiedung der sogenannten Washingtoner Prinzipien wollen sie erneut die historische Verpflichtung gegenüber den Opfern und ihren Erben ausloten.

Zu der Konferenz wird auch Ronald Lauder erwartet, der Präsident des World Jewish Congress. Der US-Unternehmer hatte Deutschland erst kürzlich wieder vorgeworfen, zu wenig für die Suche nach NS-Raubkunst zu tun. Auch die deutsch-französische Kolonialismus-Expertin Bénédicte Savoy ist als Rednerin geladen.

In der „Washingtoner Erklärung“ hatten sich zahlreiche Staaten 1998 verpflichtet, im Umgang mit NS-Raubkunst „faire und gerechte Lösungen“ mit den Erben zu finden. Die Konferenz zwanzig Jahre später findet auf Einladung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste in Magdeburg statt. Das Geld kommt vor allem aus dem Haushalt von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Die Konferenz im Haus der Kulturen der Welt dauert bis zum 28. November.

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