Der Steinenbronner Bürgermeister will gern auch über soziale Medien mit den Bürgern in Kontakt treten. Foto: dpa/Christoph Dernbach

An sozialen Netzwerken wie Facebook komme eine Gemeinde heutzutage nicht mehr vorbei, ist sich Ronny Habakuk sicher. Der Bürgermeister aus Steinenbronn würde diesbezüglich gern mehr machen, hat nun aber erst einmal eine Absage erhalten.

Steinenbronn - Zu einer modernen Kommune gehört eine moderne Kommunikation“, betont Ronny Habakuk. Zwar konnte er in der jüngsten Gemeinderatssitzung das Gremium nicht davon überzeugen, einem Budget für die Optimierung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuzustimmen, von der Notwendigkeit entsprechender Veränderungen bleibt der Steinenbronner Bürgermeister aber überzeugt. „Kommunalpolitik muss die Bürger wieder erreichen“, erklärt er. „Dafür reicht es nicht, Sitzungsunterlagen und -protokolle zugänglich zu machen. Die Inhalte müssen auch so aufbereitet werden, dass sich Interessierte schnell und leserfreundlich informieren können.“

Rund 60 Prozent der Erwachsenen nutzten Social-Media-Kanäle wie Facebook, führt Habakuk ins Feld. Es sei wichtig, auch diese Kanäle zu bespielen. Das sei mit den vorhandenen Kräften in der Gemeindeverwaltung allerdings nicht machbar. Es fehle an Ressourcen und an Know-how. „Natürlich kann ich Mitarbeiter zu Schulungen schicken“, sagt der Bürgermeister. „Leider ist es ja aber so, dass ich noch längst kein Kfz-Mechaniker bin, wenn ich einen Tag lang ins Thema Autoreparatur reingeschnuppert habe.“

Zusammenarbeit mit Agentur würde kosten

Die Zusammenarbeit mit einer Agentur, wie sie ihm vorschwebte, würde Geld kosten. Noch ist der Gemeinderat nicht überzeugt, dass sich eine solche Investition lohnt. Auch das Argument, das wichtige Mitteilungen, etwa im Zusammenhang mit Coronamaßnahmen, so kurzfristig besser kommuniziert werden könnten, verfing letztlich nicht.

Habakuk sieht indessen weitere Felder neben der Verbreitung von Neuigkeiten, die eine professionelle Zuarbeit ratsam erscheinen ließen: „Nehmen wir das Thema Fake-News oder das Phänomen des Shit-Storms“, sagt er. „Wenn es darum geht, Falschmeldungen auszuräumen oder die Gemüter, die aufgrund von Fehlinformation hochgekocht sind, zu beruhigen, dann sind die etablierten Wege wie das Amtsblatt einfach nicht ausreichend.“

Habakuk will an seiner Idee dranbleiben

Die Stadt Waldenbuch habe das erkannt und sich kürzlich entschlossen, die sozialen Medien stärker zu nutzen. Davon, so ist Ronny Habakuk überzeugt, würde auch der Gemeinderat profitieren. Dessen Mitglieder setzen mehrheitlich darauf, zunächst das bereits in Angriff genommene Bürgerinformationssystem umzusetzen, ehe neue Kommunikationsprojekte initiiert werden sollen.

„Transparenz war im Wahlkampf parteiübergreifend ein wichtiges Thema“, so Habakuk abschließend. Wenn wir transparenter sein und mehr Bürgerbeteiligung anregen wollen, dann ist funktionierende Kommunikation unabdingbar. Ich werde an meiner Idee einer Modernisierung in diesem Sinne dranbleiben.“

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