Eine Auswahl der 60 Gemeinderatsbewerber des Bündnisses Zukunft Stuttgart 23 Foto: Lichtgut/Willikonsky

Das Bündnis Zukunft Stuttgart (BZS) 23 hat am Sonntag seine Kandidatenliste für die Kommunalwahl am 26. Mai verabschiedet. Laut dem Bündnissprecher Bernd Klingler will sich die Wählergemeinschaft für eine „Politik der Vernunft“ stark machen.

Stuttgart - Das sogenannte Bündnis Zukunft Stuttgart (BZS) 23 hat am Sonntag seine Liste für die Kommunalwahl am 26. Mai aufgestellt. 22 Sympathisanten der Wählergemeinschaft, die sich nach dem Zerfall der AfD-Fraktion im Gemeinderat gegründet hatte und dort als zweiköpfige Gruppe mit den Ex-AfD-Stadträten Bernd Klingler und Heinrich Fiechtner firmiert, votierten en bloc bei einer Enthaltung für die vorgeschlagene Kandidatenliste. An der Spitze stehen erwartungsgemäß mit Klingler und Fiechtner die beiden amtierenden Stadträte. Rund ein Drittel der Bewerber sind Frauen, ein weiteres Drittel habe einen Migrationshintergrund, betonte Bündnissprecher Bernd Klingler. Auch die Familien der beiden Stadträte sind vertreten: Fiechtners Sohn rangiert als Ersatzkandidat auf Rang 61, Klinglers Vater einen Platz dahinter.

BZS 23 will Politik gegen Dieselfahrverbote und für Stärkung der Bezirke machen

Ziel sei es, in Fraktionsstärke in den nächsten Gemeinderat einzuziehen und dort eine „Politik der Vernunft“ zu gestalten, erklärten Klingler und Fiechtner. Man wolle sich politisch gegen die „irrwitzigen Dieselfahrverbote“ (Fiechtner) engagieren und die Stellung der Bezirke stärken. Der auf Platz drei der Liste rangierende Mediziner Ulrich Marx sagte, es gehe darum, „dem Staat seine Grenzen aufzuzeigen“. Klingler forderte zudem, die Expressbuslinie X 1 zwischen Bad Cannstatt und der City sofort einzustellen: „Das ist ein Schlappi-Bus und kein Schnellbus.“

Auffällig viele Bewerber stammen aus Weilimdorf und Feuerbach, der Heimatbasis des ehemaligen FDP-Fraktionschefs Klingler. Die politische Konkurrenz im Rathaus hält BZS 23 ohnehin für einen „Klingler-Fanclub“. Der Onkologe und parteilose Landtagsabgeordnete Fiechtner, wie Klingler im Streit aus der AfD geschieden, hat sich im Gemeinderat zuletzt als Chefaufklärer im Klinikumsskandal zu profilieren versucht. Seinen Hang zum Provozieren sehen manche Anhänger von BZS 23 durchaus auch kritisch.

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