Jubel bei den Grünen: OB Fritz Kuhn umarmt den Stuttgarter Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir. Foto: Lichtgut

Laut einer ersten SWR-Prognose gibt es bei der Kommunalwahl in Stuttgart einen klaren Sieger. Demnach haben die Grünen fast 30 Prozent der abgegebenen Stimmen erreicht.

Stuttgart - Nach der Prognose des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des SWR werden die Grünen wieder stärkste Kraft im Stuttgarter Gemeinderat. Bei der Kommunalwahl am Sonntag erreichten demnach die Grünen 27,8 Prozent (2014: 24), die CDU kam nur auf 19,3 Prozent (28,3). Auf den Plätzen folgen: die SPD mit 11,6 (14,3), die FDP mit 8,0 (5,9), die Freien Wähler mit 5,9 (7,1), die Linke mit 5,8 (4,5) und die AfD mit 6,0 (4,7). Eine Zunahme verzeichneten die kleineren Parteien. Auf sie entfielen laut Prognose 15,6 Prozent. Das bedeutet eine Zunahme von 4,5 Prozent.

Detaillierter abgefragt wurden von Infratest die genannten Parteien. Die Prognose, am Sonntag über eine Wählerbefragung direkt nach der Stimmabgabe vor dem Wahllokal gewonnen, kann allerdings bei der Kommunalwahl nur unter Vorbehalt in Sitze umgerechnet werden. Die Wahlbeteiligung lag deutlich höher als noch vor fünf Jahren. Bereits um 17 Uhr hatten laut Stadtsprecher Sven Matis 54,1 Prozent der Stuttgarter Wähler abgestimmt, später waren es 55 Prozent. Im Jahr 2014 war mit 46,6 Prozent noch der niedrigste Stand seit 1946 erreicht worden. Die Stadt hatte mit einer Werbekampagne im Netz und auf der Straße versucht, diesen Wert zu heben – offenbar mit Erfolg. Insgesamt waren am Sonntag 450 000 Stuttgarterinnen und Stuttgarter zur Wahl des Stadtparlaments aufgerufen, ein neuer Rekord: Vor fünf Jahren waren es rund 442 000 gewesen. Rund 100 000 Bürger hatten ihre maximal 60 Stimmen schon vorab per Brief auf die 20 Listen verteilt, rund 30 000 mehr als 2014. Insgesamt nahmen 125 000 Stuttgarter erstmals an der Kommunalwahl teil.

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