Verärgert über die Grünen: Designierter SPD-Chef Martin Körner Foto: Leif Piechowski

Die Forderung der Grünen nach einem zweiten Bürgermeisterposten sorgt für Missstimmung bei den Sozial­demokraten im Stadtparlament. Deren Bürgermeister Matthias Hahn, der für Städtebau und Umwelt zuständig ist, ist der erste der sieben Fachbürgermeister, dessen Position zur Verfügung steht.

Stuttgart - Die Forderung der Grünen nach einem zweiten Bürgermeisterposten sorgt für Missstimmung bei den Sozial­demokraten im Stadtparlament. Deren Bürgermeister Matthias Hahn, der für Städtebau und Umwelt zuständig ist, ist der erste der sieben Fachbürgermeister, dessen Position zur Verfügung steht.

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Hahn wird Anfang Januar 2016 dann 68 Jahre alt und muss laut Gemeindeordnung in den Ruhestand gehen. Die Grünen könnten sich vorstellen, dass Hahn seinen Schreibtisch früher freigibt. Man wünsche sich „jemanden mit mehr Dynamik, jemanden mit einer anderen Grundhaltung“ auf diesem Posten, hatte das Grünen-Fraktionsmitglied Jochen Stopper unserer Zeitung gesagt. Grünen-Fraktionschef Peter Pätzold, selbst Architekt, schließt eine Bewerbung nicht aus. Stopper hatte der SPD „taktisches Verhalten“ vorgeworfen, weil diese Hahn im November 2012 wohl mit Blick auf die Kommunalwahl 2014 für eine dritte Amtsperiode hatte wählen lassen. Ungeschriebenes Gesetz im Rat ist, dass ein wieder antretender Fachbürgermeister gewählt wird, sofern er keine silbernen Löffel gestohlen hat. Hahn erhielt 36 von 57 Stimmen.

Der designierte SPD-Fraktionschef Martin Körner nahm die Forderung der Öko-Partei am Dienstag befremdet zur Kenntnis. „2010 hat die SPD mit den Grünen vereinbart, dass sie Matthias Hahn wählen, wenn er antreten sollte. Die Kritik fällt also auf sie selbst zurück.“ Das Drängen auf den Posten sei „Ausdruck eines schlechten politischen Stils“. Für die zukünftige von ihm „durchaus angestrebte vertrauensvolle Zusammenarbeit von SPD und Grünen ist ein solch widersprüchliches Verhalten eine Belastung“, sagt Körner. Es liege auf der Hand, dass die Grünen Anspruch auf einen zweiten Bürgermeister hätten.

Die SPD werde „selbstverständlich zur Vorbereitung der nächsten Bürgermeisterwahlen konstruktive Gespräche mit dem OB, mit den Grünen, mit der CDU und allen anderen Fraktionen führen“, sagte Körner.

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