Um das Warten auf Facharzttermine zu verkürzen, braucht es mehr Möglichkeiten der Terminvergabe. Ein Kommentar.
Die telefonische Vereinbarung von Arztterminen erweist sich häufig als harte Geduldsprobe. Kein Wunder also, dass Online-Buchungsportale wie Doctolib und Jameda immer häufiger genutzt werden. Notgedrungen werden dabei mangelhafter Datenschutz und intransparente Vergabemechanismen in Kauf genommen. Dass der Bundesverband der Verbraucherzentralen für diese Misere nun gesundheitspolitische Hilfe einfordert, ist richtig und wichtig: Um das Warten auf Facharzttermine zu verkürzen, braucht es mehr Möglichkeiten der Terminvergabe. Diese müssen aber patientenfreundlich und für Arztpraxen kompatibel sein.
Für Arzttermine braucht es kein Kundenkonto
Buchungsportale haben eine Vorreiterrolle. Doch kommerzielle Anbieter benötigen mehr rechtliche Vorgaben: So muss dort nicht zwingend zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung unterschieden werden. Auch sind für die Anmeldung zu einem Arztbesuch nicht mehr Daten als Namen und E-Mail-Adresse notwendig. Zugleich obliegt es Ärzten, bei der Wahl der Buchungsportale für ihre Praxis darauf zu achten, wie gut Patientendaten geschützt sind.
Zwar lassen sich auch dann längere Wartezeiten nicht komplett verhindern, weil der allgemeine Ärztemangel und die damit verbundene Überlastung vieler Praxen erhalten bleiben. Aber strengere gesetzliche Regelungen und eine bessere Aufklärung können dazu beitragen, dass die Vergabe von Terminen nachvollziehbarer und gerechter wird.