Der Verband Region Stuttgart will mit zehn weiteren Zügen des neuen Modells ET 430 auch die Situation bei der Pünktlichkeit verbessern Foto: Jan Reich

Das System der Stuttgarter S-Bahn ist an seinen Grenzen angelangt, die Züge werden immer unpünktlicher. Gleichzeitig soll der Nahverkehr auch aus ökologischen Gründen ausgebaut werden. Die Streithähne müssen sich in den Verhandlungen um zehn zusätzliche Züge endlich einigen.

Stuttgart - 380 000 Menschen fahren täglich mit der Stuttgarter S-Bahn. Seit mindestens vier Jahren haben sie mit zunehmenden Verspätungen zu kämpfen. Die Bahn und der Verband Region Stuttgart müssen alles dafür tun, die Lage in den Griff zu bekommen – zumal die Zahl der Fahrgäste steigt und die stauträchtige Situation auf den Straßen nicht besser werden wird.

Dazu braucht das Duo zehn zusätzliche Züge. Die Firma Bombardier, die der Regionalpolitik gegenüber mehrfach versicherte, eine funktionierende S-Bahn mit Schiebetritt liefern zu können und dabei grandios scheiterte, ist mindestens in der moralischen Pflicht, die Bestellung einzulösen.

Das System des Schiebetritts muss sie sowieso in Gang bringen. Zumal die Firma den Preis innerhalb von fünf Jahren um 30 Prozent auf acht Millionen Euro pro Zug angehoben hat. Dabei ist es nicht akzeptabel, dass sie bei der aktuellen Charge keine Gewährleistung mehr übernehmen will.

Die Regionalpolitik ihrerseits tut gut daran, nicht schon wieder an der nächsten Ausweitung des Taktes zu tüfteln. Mehr Verbindungen bringen zurzeit vor allem mehr Probleme ins System.

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