Der OB Werner Spec hat viel Überzeugungsarbeit geleistet – doch es fehlt an Planungen. Foto: factum/Granville

Die Verpackung für die Ludwigsburger Gartenschau-Bewerbung war glänzend, doch der Inhalt zu mager . Eine große Chance für die Barockstadt ist passé, kommentiert unser Redakteur Rafael Binkowski.

Ludwigsburg - Vielleicht war man sich im Ludwigsburger Rathaus ein wenig zu sicher, dass die Kombination von Schloss, Blühendem Barock und weltläufigem Flair bei der Gartenschau-Jury verfangen würde. Zwar hat sich die Stadt beim Besuch der Juroren im April achtbar präsentiert, und der OB Werner Spec lief an diesem Tag zur Hochform auf. Doch Ludwigsburg ist erst im Oktober 2017 ins Rennen eingestiegen, während andere wie Vaihingen/Enz schon seit 2015 planen und Bürger einbeziehen.

Tunnel für die B 27 war zu auffällig

Vielleicht war es auch etwas zu offensichtlich, dass der Hauptzweck der Bewerbung war, die B 27 beim Residenzschloss unter die Erde zu verlegen. Zumal die Planung für dieses Mammutprojekt noch reichlich luftig und die Finanzierung unklar ist. Darüber sollten nur einige Grünflächen vernetzt werden – das ist zu wenig. Nun ist klar: Die nächsten zwölf Jahre herrscht weitgehend Stillstand in dieser zentralen Frage der Stadtentwicklung.

Bei der nächsten Bewerbung für die Zeit von 2031 an gilt es, ein Netzwerk zu knüpfen, um dem Projekt den nötigen Nachdruck zu verleihen. Die fragwürdige Entscheidung für Ellwangen als Ausgleich für eine Flüchtlings-Erstaufnahme zeigt, dass es ohne politisches Engagement und lautstarke Begründung nicht geht.

Aufgeben ist keine Option

Allerdings wird es bei der nächsten Ausschreibung kaum leichter: Dieses Mal lag der Schwerpunkt auf Württemberg, in der nächste Runde könnte im Gegenzug Baden favorisiert werden. Die Erfahrung zeigt, dass es oft mehrere Anläufe braucht, Ludwigsburg sollte also nicht aufgeben.

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