Die Deponie am Froschgraben in Schwieberdingen soll freigemessenen Bauschutt vom Rückbau des Atomkraftwerks Neckarwestheim aufnehmen. Foto: factum/Granville

Die Panne im Gutachten ist ärgerlich, aber ohne praktische Konsequenz für die geplante Einlagerung. Schlimmer ist die Reaktion der AVL darauf.

Ludwigsburg - Im Grunde ist es ein Sturm im Wasserglas: Der vom Deponiebetreiber beauftragte Gutachter hatte in einem seiner beiden Jahresberichte einen Zahlendreher – mit Werten, die bei beiden Deponien unbedenklich sind. Dieser Fehler ist ärgerlich, vor allem, wenn man die ganze Vorgeschichte zur Causa freigemessene Abfälle kennt: Christian Küppers wurde von der Abfallverwertungsgesellschaft Ludwigsburg (AVL) beauftragt, um mit seiner bundesweit geschätzten Expertise die aufgebrachten Kommunen der beiden Deponie-Standorte zu beruhigen.

Der Vorgang erinnert an 2015

Dass bei diesem Patzer all die verraucht geglaubte Wut von 2015 wieder hochkocht, ist nachvollziehbar. Vollends zur Katastrophe hat jedoch die AVL diese Panne gemacht, indem sie beschloss, den Fehler – der ja nicht einmal der ihre war – nicht offensiv zu kommunizieren. Die betroffenen Kommunen mussten es aus den Medien erfahren. Offenbar hat man im Landratsamt die Brisanz des Zahlendrehers unterschätzt. Nur so lässt sich erklären, warum die Geschäftsführung zwar den Aufsichtsrat informierte, jedoch nicht die Kommunen. Das erinnert an das Vorgehen von Tilman Hepperles Vorgänger Utz Remlinger, der es als AVL-Chef nicht für nötig hielt, Vaihingen und Schwieberdingen zu informieren, dass freigemessener Bauschutt aus Karlsruhe auf ihren Deponien eingelagert worden war. Damalsgelobte man Besserung – aber offenbar hat man bei der AVL aus der Sache nichts gelernt.

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