Jubelnde Amerikanerinnen und ein enttäuschtes deutsches Team Foto: dpa

Noch ist die deutsche Mannschaft die Nummer eins der Welt – zumindest in der Weltrangliste. Die Fußball-WM der Frauen hat aber gezeigt: Das deutsche Team wurde überholt, meint unsere Sportredakteurin.

Stuttgart - Noch ist die deutsche Mannschaft die Nummer eins der Welt – zumindest in der Weltrangliste. Die Fußball-WM der Frauen hat aber gezeigt: Das deutsche Team wurde überholt. Spielerisch sind bei diesem Turnier andere besser. Frankreich zum Beispiel oder die USA. Beide Teams spielten attraktiver, moderner und  – was die Amerikanerinnen betrifft – auch erfolgreicher. Kampf- sowie Teamgeist reichten der deutschen Elf nicht.

Als Mannschaft hat sich das Team von Bundestrainerin Silvia Neid in den vergangenen Jahren kaum weiterentwickelt. Im Gegensatz zum Frauenfußball insgesamt. Die Spitze ist zusammengewachsen, der Vorsprung, den die Deutschen über viele Jahre hatten, ist aufgebraucht. Das Erreichen des Halbfinales ist deshalb durchaus als Erfolg zu werten, das Aus ist aber auch eine Warnung, den Abstand zu den besten Teams nicht ­größer werden zu lassen.

Damit der deutsche Frauenfußball eine Erfolgsgeschichte bleibt, ist nun eine schonungslose Analyse notwendig, weshalb das Team nur phasenweise sein Potenzial abgerufen hat. Eine Frage muss dabei sein, ob Bundestrainerin Neid die Impulse noch setzen kann – durch neue Spielerinnen, ein neues System – oder ob diese von außen kommen müssen. Zum Beispiel durch Steffi Jones, die im September 2016 sowieso die Nachfolge von Neid antritt. Denn alles dabei zu belassen, wie es ist und schon immer war, ist keine Lösung – das hat die Weltmeisterschaft in Kanada gezeigt.

e.hammel@stn.zgs.de

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