Die überraschende Entlassung von FBI-Direktor James Comey durch Donald Trump erweckt den Verdacht der Vertuschung. Foto: AP

Die überraschende Entlassung von FBI-Direktor James Comey durch Donald Trump erweckt den Verdacht der Vertuschung, kommentiert Christoph Link. Und er bringt mit seinem Handeln nicht nur die US-Demokraten gegen sich auf.

Stuttgart - Der amerikanische Präsident macht nicht viel Federlesen. Die überraschende Entlassung von FBI-Chef James Comey wegen angeblicher Fehler bei der Handhabung der Email-Affäre von Hillary Clinton sendet Schockwellen über die Welt. Selbst die asiatischen Börsen sind erschüttert, der Euro gewinnt, der Dollar verliert. Sind die USA auf dem Weg zu einer Bananenrepublik?

Verschwendung gerügt

James Comey war im vergangenen Jahr noch von Donald Trump mit Lob überschüttet worden – gerade wegen seiner Untersuchungen von Clintons Email-Affäre. Jetzt aber scheint der FBI-Direktor dem mächtigsten Mann der Welt gefährlich geworden zu sein, weil er beharrlich an der Aufarbeitung der Russland-Connection von Trump Teams im Wahlkampf arbeitet. Trump ist darüber erbost und hat die Verschwendung von Steuergeldern dafür mehrfach gerügt. Am Donnerstag hätte Comey im Kongress über „weltweite Bedrohungen“ berichten sollen. Auch durch Moskau? Daraus wird nun nichts. Trumps Paukenschlag könnte noch weitreichende Folgen haben. Nicht nur Demokraten, auch einige Republikaner rufen jetzt nach einer unabhängigen Kommission, die die Russland-Verbindungen von Trump und seinen Leuten untersucht.

Erinnerungen an Richard Nixon

Manche Demokraten erinnern an das „Samstag-Abend-Massaker“ vom 20. Oktober 1973, als der ehemalige US-Präsident Richard Nixon den Chefermittler des Untersuchungsausschusses zum Water-Skandal gefeuert hat. Zehn Monate später war Nixon kein Präsident mehr.

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