Der Bahnkonzern investiert nicht nur in den Zugverkehr, sondern auch in Busse, Schienenstrecken am Arabischen Golf und in Autos und Räder. Foto: dpa

Die Regierung und die Deutsche Bahn AG versagen bei der nachhaltigen Mobilität, kommentiert Thomas Wüpper.

Stuttgart - Zukunft Bahn – so nennen Konzernchef Grube und seine McKinsey-Berater das Sanierungskonzept, das den größten deutschen Staatskonzern aus der Krise bringen soll. In der Praxis sieht das so aus: Der Bahnkonzern investiert weitere fünf Milliarden Euro im Ausland, baut europaweit den Busverkehr aus, organisiert am Arabischen Golf Schienenstrecken für Ölscheichs, sucht Wachstumsfinanziers für seine weltweit tätige Lkw-Spedition Schenker, vermietet Autos und Räder.

Mehr Rendite

Das Ziel: mehr Rendite. Denn das Kerngeschäft, der Schienenverkehr in Deutschland, wirft immer weniger ab und gilt inzwischen als Problemfall. Nacht- und Autozüge werden aufgegeben, im seit Jahren sträflich vernachlässigten Güterverkehr sollen mindestens 2100 Jobs wegfallen und nochmals Hunderte Verladestellen. Der Abschied von der Schiene könnte in vielen Regionen Realität werden.

Eine andere, nachhaltige Bahnpolitik ist möglich, das beweisen Nachbarländer wie die Schweiz und Österreich. Dort ist der Marktanteil der Schiene im Frachtverkehr doppelt und dreifach so hoch. In Deutschland dagegen wird zwar viel von Umweltschutz geredet. In der Praxis aber versagen Politik und Bahn gemeinsam bei der Umsetzung in einem der wichtigsten Bereiche. Eine Tragik, die leider viel zu wenig beachtet und oft einfach hingenommen wird.

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