Der Degerlocher Arzt Stefan Dipper will bei einer Veranstaltungsreihe über das Thema Demenz aufklären. Foto: Archiv Ott

Der Bezirksbeirat will eine ehrenamtlich organisierte Demenz-Reihe vorerst nicht fördern.

Stuttgart-Degerloch - Die Mitglieder des Degerlocher Bezirksbeirats haben sich eine dreiviertel Stunde mit dem Wunsch eines Degerlochers beschäftigt, der für eine Veranstaltungsreihe über das Thema Demenz um Geld gebeten hatte. In anderen Bezirken werden solche Entscheidungen meist schneller getroffen, mitunter dauert das Prozedere kaum länger als eine Minute. Dass sich die Degerlocher so viel Zeit nehmen, ehrt sie, immerhin ist es öffentliches Geld, über das sie verfügen.

Zwar war der Antrag lückenhaft und schnell dahingeschrieben. Doch handelt es sich bei der diesjährigen Reihe um eine Fortführung. 2012 hatten die Räte eine detaillierte Kostenrechnung erhalten, Geld in ähnlicher Höhe bewilligt und die Veranstaltung bei mehreren Gelegenheiten ausdrücklich gelobt. Dass der Degerlocher Arzt davon ausging, der Zuschuss sei ein Selbstläufer, war offensichtlich ein Fehler. Doch beschlich den ein oder anderen Zuhörer zu Recht das ungute Gefühl, dass die Lokalpolitiker vor lauter Details das große Bild und zudem den Menschen hinter dem Projekt aus den Augen verloren haben.

Einerseits werden Politiker nicht müde, auf die Bedeutung des Ehrenamts hinzuweisen. Andererseits überlegt sich jeder zweimal, ob er Gutes tun will, wenn er um Unterstützung nicht nur bitten, sondern sein Projekt rechtfertigen und sich letztendlich auch belehren lassen muss. Wer sich wie die Degerlocher Räte am vergangenen Dienstag verhält, stößt Helfer vor den Kopf und darf sich nicht über mangelnde Bereitschaft wundern, sich einzubringen.

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