Trotz der starken Belastung leisten die Pfleger in vielen Kliniken gute Arbeit. Das wissen die Patienten laut einer Erhebung der Techniker-Krankenkasse zu schätzen. Foto: dpa

Die künftige Regierung muss sich der Krankenhäuser verstärkt annehmen. Vor allem die Finanzierung über Fallpauschalen ist fragwürdig, meint Bernhard Walker.

Berlin - Vor der Wahl war die Pflege in aller Munde – auch deshalb, weil Bürger das Thema in den TV-Runden ansprachen. Die neue Regierung muss nachbessern. Eine gute Pflege ist nicht überall gesichert, was auch am Finanzierungssystem der Kliniken liegt. Sie bekommen Fallpauschalen, die im Kern auf die ärztliche Arbeit abzielen, nicht auf die pflegerische Versorgung. Dieser Webfehler verstärkt sich mancherorts dadurch, dass die Länder nicht genug Geld für Investitionen bereitstellen. So neigt manche Klinik dazu, ihre Erträge nicht für die Pflege auszugeben, sondern erst andere Löcher zu stopfen.

Miese Stimmung auf vielen Stationen

Die große Koalition der Jahre 2005 bis 2009 hatte ein Pflegestellenförderprogramm aufgelegt, das die Lage aber nur kurzfristig verbesserte. Und niemand weiß, ob ein kürzlich für die Zeit nach 2019 beschlossenes neues Instrument besser wirkt. Erst führt der Staat Fallpauschalen ein und macht sich dann daran, die unerwünschten Nebenwirkungen zu korrigieren. Kein Wunder, dass die Stimmung auf vielen Stationen mies ist. Da wundert es, dass die meisten Patienten im Südwesten laut Techniker-Krankenkasse gute Noten für ihre Krankenhausbehandlung verteilen. Die Pflegekräfte leisten also trotz widriger Umstände vorzügliche Arbeit. Das erklärt, warum sie für ihre Anliegen großen Rückhalt in der Bevölkerung genießen.

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