Tschüs, klassisches Tablet! Einst haben sie Spaß gemacht und galten als Hoffnungsträger der Branche. Jetzt sind sie zum Arbeitsgerät geworden und mit einer Tastatur verbunden. Foto: fotolia

Klassische Tablets werden immer seltener verkauft. Das zeigt, wie schnelllebig IT-Trends sind, meint Daniel Gräfe. Und wie rasch aus Spaß Ernst werden kann.

Stuttgart - Was war das für eine Erfolgsgeschichte, als Steve Jobs vor sechs Jahren mit Apples iPad das erste Tablet präsentierte: Groß, schmal, akkustark und elegant wurde es zum Hoffnungsträger einer ganzen Branche. Der Tablet-Absatz überflügelte in seiner Dynamik sogar die florierenden Smartphone-Verkäufe, vielen schienen Tablets wegen ihrer schieren Größe als das beste Unterhaltungs- und Arbeitsinstrument: ein Smartphone, das noch mehr Spaß machen konnte. Tablets sollten den Branchenumsatz auf lange Sicht sichern.

Was danach kam zeigt, wie schnelllebig IT-Trends geworden sind. Seit einiger Zeit geht die weltweite Nachfrage nach Tablets zurück. Im zweiten Quartal dieses Jahres sind rund 38,7 Millionen Exemplare verkauft worden, teilt jetzt das US-Marktforschungsunternehmen IDC mit – satte 12,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit schlägt sich das Smartphone trotz seines höheren Alters noch besser, das ist selten in der IT-Industrie. Sein Absatz wächst laut IDC weltweit zumindest noch minimal.

Das Smartphone verdrängt das Tablet immer mehr

Aber das Smartphone ist nicht nur älter, sondern auch größer geworden und verdrängt deshalb das klassische Tablet immer mehr. Das stecken sich die meisten Verbraucher am liebsten in die Hosentasche, statt noch das Tablet als Zweitgerät mit sich herumzutragen. Das Tablet ist dem Alleskönner Smartphone im Alltag unterlegen - oder wer streckt schon gerne einen Riesenbildschirm zum Fotografieren in die Höhe?

Bye, bye, Tablet? Noch ist es für einen Abgesang zu früh. Das Tablet wächst selbst weiter und setzt – mit einer Tastatur verbunden – den Notebooks zu. Detachables (Abtrennbare) wird die neue Tablet-Kategorie genannt, weil sich die Tastatur nicht nur lösen, sondern auch wieder trennen lässt. Sie boomt, weil sie für die gleichen Aufgaben eingesetzt werden wie ein vollwertiges Notebook oder ein PC, aber leichter und deshalb mobiler ist.

In dieser aufgemotzten Variante könnte das Tablet die nächsten Jahre überleben. Als ein Arbeitsgerät. Aber der Spaß ist jetzt weg. Und von der Zuversicht der vergangenen Jahre ist nur wenig geblieben.

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