Die Verkehrssituation am Stuttgarter Flughafen ist manchmal schwierig – doch Drohungen helfen nicht wirklich weiter Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Die Stuttgarter Taxi-Branche befindet sich im Umbruch. Doch manchmal schießen die Beteiligten übers Ziel hinaus. Streiks als Drohgebärde sind nicht die optimale Lösung.

Stuttgart - Das große Aufräumen in der krisengeschüttelten Taxi-Branche hat die Stadt Stuttgart vor einiger Zeit angekündigt. Ein Gutachten hatte ergeben, dass das Gewerbe in der Landeshauptstadt am Boden liegt. Und dass es zu viele Wagen gibt, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Nach und nach sollen nun schwarze Schafe aussortiert werden. Auch die Taxi-Auto-Zentrale (TAZ) hat nach vielen internen Querelen und Personalwechseln zur gleichen Zeit den Neustart angekündigt. Und in der Tat ist seither viel passiert. Aber nicht immer so, wie die Beteiligten sich das wohl vorgestellt hatten.

Da sind die dauernden Streitereien zwischen Stadt und Taxifahrern um die Standplätze am Wasen. Dort zeichnet sich jetzt immerhin eine Lösung ab. Da sind die Vorwürfe der Branche an die Stadt, sie zu benachteiligen. Da sind Vorhaltungen an die Polizei, die Fahrer zu gängeln. Da gab es eine Razzia in der Vermittlungszentrale wegen einer Nichtigkeit, die noch in die Zeit des alten Vorstandes fiel. Da sind die Scharmützel mit dem umstrittenen US-Fahrdienst Uber. Da sind Mindestlohn und Tariferhöhung. Und da ist jetzt der Zwist mit der Flughafengesellschaft. Es ist vieles in Bewegung geraten in der Stuttgarter Taxiwelt.

Es ist gut, wenn Probleme auf den Tisch kommen. Das spricht dafür, dass die vielfältigen Schwierigkeiten der Taxibranche tatsächlich angepackt werden. Nicht immer klappt das geräuschlos. So manche Konflikte treten jetzt zutage, die offenbar schon länger vor sich hin köcheln. Doch manchmal schießen die Beteiligten dabei über das Ziel hinaus. Streik beim Volksfest im vergangenen Jahr, Streik jetzt wohl auch am Flughafen – immer zu Lasten der Fahrgäste. Irgendwann nutzen sich die Drohgebärden ab. Reden wäre besser.

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