Das Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle muss bald für 14 Monate schließen. Foto: bildfreiheit - FOTOGAFIE Bernhar

Der Bau eines neuen Kongresszentrums auf den Flächen von Stuttgart 21 könnte deutlich zu spät kommen, kommentiert StN-Titelautor Sven Hahn.

Stuttgart - Nie war der Bedarf an Tagungsräumen in der Innenstadt so hoch. Doch Stuttgart wird aufgrund der Sanierung des Kongresszentrums Liederhalle seine Kapazitäten als Veranstaltungsort reduzieren müssen, anstatt diese auszubauen. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus – speziell von Geschäftsreisenden – sollte die Stadt großes Interesse daran haben, neue Räume für Kongresse zu finden. Das Warten auf ein Projekt auf den S-21- Flächen dauert da zu lange.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der jährliche Umsatz beläuft sich in der Region auf mehr als fünf Milliarden Euro. Und: in 70 Prozent aller Fälle ist der Anlass für eine Reise nach Stuttgart geschäftlich. Neue Kongressräume wären also eine lohnende Investition.

Und wer sich die künftigen Projekte in der Stadtentwicklung anschaut, kommt nicht umhin, sich an der einen oder anderen Stelle ein neues Tagungszentrum vorzustellen. Die LBBW plant seit Jahren eine Neuentwicklung ihrer Immobilien entlang der kompletten unteren Königstraße. Auch harrt das letzte große Grundstück im Europaviertel entlang der Heilbronner Straße einer sinnvollen Nutzung. An beiden Stellen wäre ein Veranstaltungszentrum, in dem Tagungen, Messen, Kongresse, Konzerte und Ausstellungen stattfinden könnten, sicherlich sinnvoller als neue Verkaufsräume für Textilketten.

Auch wenn diese Flächen nicht Eigentum der Stadt sind, könnte die Rathausspitze auf die Bauherren und Investoren frühzeitig zugehen. Neue Orte für Veranstaltungen werden in Stuttgart dringend gebraucht – mehr Verkaufsfläche für den Einzelhandel sicherlich nicht.

sven.hahn@stuttgarter-nachrichten.de

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