Schwarzfahrer in Stuttgarter Stadtbahnen müssen demnächst höhere Strafen zahlen Foto: Leif Piechowski

In Zeiten, da notorische Täter im Internet ihre Strafen gegen ersparte Ticketpreise aufrechnen, sind 40 Euro alles andere als zeitgerecht. Ein Preisaufschlag von 50 Prozent wirkt schon etwas abschreckender.

Stuttgart - Es ist höchste Eisenbahn, dass die Unternehmen im öffentlichen Nahverkehr Schwarzfahrern härtere Strafen aufbrummen dürfen. In Zeiten, da notorische Täter im Internet ihre Strafen gegen ersparte Ticketpreise aufrechnen, sind 40 Euro alles andere als zeitgemäß. Ein Preisaufschlag von 50 Prozent wirkt schon etwas abschreckender. 

Allerdings gibt es weitere Faktoren, mit denen Verkehrsverbünde und -unternehmen auf die Zahlungsmoral ihrer Kundschaft einwirken können. Anstatt die Preise in schöner Regelmäßigkeit in allen Kategorien anzuheben, müssen sich die Kommunalpolitiker in der Region Stuttgart künftig möglicherweise auch mehr Gedanken über Lösungen für sozial schwächere Kunden machen. Denn während man bei Dingen des täglichen Bedarfs, die teurer werden, in der Regel die Wahl zwischen mehreren Anbietern hat, ist man bei Bus und Bahn auf den VVS angewiesen. Wer ihn braucht, sollte ihn sich leisten können. Ein Sozialticket zum Beispiel gibt es bisher aber nur in der Landeshauptstadt und nicht in den VVS-Landkreisen drum herum. 

Ein weiteres Problem ist der Ticketverkauf. Wer es eilig hat, aber kein Experte ist und bei der Einfahrt des Zuges noch mit dem komplizierten Automaten ringt, steigt im Zweifel ohne Ticket in die ­S-Bahn – obwohl er bezahlen will. Dasselbe gilt für den Fahrgast, der sich in eine lange Schlange einreihen muss, wo es bisher mehrere Automaten gab. So beklagen sich Fahrgäste unter anderem, dass jüngst in Herrenberg mehrere Automaten abgebaut wurden. Bahn, SSB und VVS müssen dafür sorgen, dass den Fahrgästen der Kauf leicht gemacht wird. Den Schwarzfahrern aber, die vorsätzlich handeln, müssen sie mit intensiven Kontrollen das Leben schwer machen.

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