Eine der berühmten Figurinen von Schlemmers „Triadischem Ballett“ Foto: Staatsgalerie

An diesem Sonntag geht in der Staatsgalerie Stuttgart die Große Landesausstellung „Oskar Schlemmer – Visionen einer neuen Welt“ zu Ende. Für die „Stuttgarter Nachrichten“ Anlass zu einem Blick auf Ergebnisse und Folgen der Schau.

Stuttgart - Oskar Schlemmer! Ein deutscher Jahrhundertkünstler, fraglos. Oskar, wer? Wie schnell Künstlerruhm verblasst, wenn er nicht ständig gepflegt und mehr noch mit jeweils neuen Fragestellungen aktualisiert wird, macht der Fall Oskar Schlemmer überdeutlich. Ein bizarrer und anhaltender Streit um Abbildungsrechte und Besitzverhältnisse ließ das Werk des wichtigsten deutschen Bauhaus-Künstlers nahezu in der Versenkung verschwinden.

Nun ist Schlemmer zurück auf der Kunstbühne. Mit der Großen Landesausstellung „Visionen einer neuen Welt“ hat die Staatsgalerie Stuttgart ein starkes Zeichen gesetzt – und doch nur eine Vorlage gegeben. Soll der Name wieder leuchten, müssen andere mit- und nachziehen, vor allem international. Doch auf welcher Werkgrundlage? Was erreichbar ist, ist in Stuttgart zu sehen. Wie viel aber noch durch einen Erben zurückgehalten wird, ist nur zu erahnen.

Manche Wege des aktuellen Schlemmer-Interesses am Kunstmarkt führen nach Asien. Droht hier ein neuerliches Schlemmer-Loch – ein Verschwinden in Wertdepots? Zu befürchten ist dies, und gerade deshalb ist die bewusste Offenheit der Staatsgalerie-Schau die einzig mögliche Antwort. „Visionen einer neuen Welt“ – das ist, bezogen auf die Schlemmer-Rezeption, ein sehr konkretes Angebot, in der Schlemmer-Forschung international zusammenzuarbeiten. Nur so wird die Magie wieder Teil des Namens werden – Oskar Schlemmer!

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