Playboy-Bunnies Foto: EPA

Powerfrauen lösen im neuen Pirelli-Kalender nackte Supermodells ab. Ein erfreulicher Trend, findet unser Kommentator.

Gehören Sie auch zu der Sorte Mann, der immer schon den „Playboy“ nur wegen der tollen Interviews gelesen hat? Waren Sie nur deshalb einer von denen, die sich jedes Jahr nach dem superexklusiven Pirelli-Kalender gesehnt haben, weil Sie so ein großer Formel-1-Fan sind und auf die Produktpalette des Mailänder Reifenherstellers schwören?

Jetzt endlich können Sie beweisen, dass Sie das ernst gemeint haben. Nachdem der „Playboy“ schon vor einigen Wochen angekündigt hat, dass er künftig keine nackten Frauen mehr zeigen wird, lässt nun auch der für seine erotischen Fotografien bekannte Pirelli-Kalender in der Ausgabe für 2016 statt nackter Supermodels ziemlich angezogene Powerfrauen aus Kultur und Sport für sich posen.

Grandiose Eigenwilligkeit

Schlau ist das neue sexy. Endlich werden Frauen nicht mehr als dekorativ drapierte Appetithappen und Körper als Ware ausgestellt. Der neue Pirelli-Kalender macht Frauen nicht zum Lustobjekt, sondern führt sie in ihrer grandiosen Eigenwilligkeit und Einzigartigkeit vor. Zum Beispiel die Komikerin Amy Schumer, die sich auf Twitter bei der Fotografin Annie Leibovitz bedankt und über ihr Foto geschrieben hat: „schön, ekelhaft, stark, dünn, dick, hübsch, hässlich, sexy, widerlich, makellos, Frau.“

Allerdings ist das kein Sieg der Emanzipation oder der Political Correctness, sondern der freien Marktwirtschaft. In Zeiten, in denen das Internet einen mit Nacktaufnahmen und Pornobildchen überflutet, kann man mit Pin-up-Fotos weder Geld verdienen noch das Image einer Marke aufpolieren. Und das ist gut so. Wenn Sie also immer schon mal ohne schlechtes Gewissen von den Pirelli­Kalendergirls schwärmen wollten – tun Sie es unbedingt jetzt!