Kommentar zum Bürgermeisterzuwachs in Ludwigsburg Schwächer geht’s nimmer

Von Verena Mayer 

Seine Stadträte machen es dem OB Werner Spec sehr leicht. Foto: Pressefoto Baumann
Seine Stadträte machen es dem OB Werner Spec sehr leicht. Foto: Pressefoto Baumann

Die Stadträte nicken den Bürgermeisterzuwachs ab – und geben dabei ein erschreckend unpolitisches Bild ab.

Ludwigsburg - Würde die Ludwigsburger Verwaltung den Stadträten den Vorschlag unterbreiten, den Gemeinderat abzuschaffen – wahrscheinlich fände sich auch dafür eine übergroße Mehrheit. Der Verlauf der Abstimmung über das vierte Dezernat im Rathaus lässt leider keine andere Schlussfolgerung zu. Weitgehend unkritisch, unpolitisch und unmotiviert nickten die Räte den Bürgermeisterzuwachs ab.

Der Vorschlag für eine schönere Bezeichnung des neuen Dezernats war der konstruktivste Beitrag unter den Debatten-, pardon: den Redebeiträgen. Ansonsten machten es sich die Räte auf dem Standpunkt bequem, die Verwaltung werde schon wissen, was gut für sie ist.

Kritik? Fehlanzeige!

Natürlich weiß die Verwaltung, was gut für sie ist. Dafür sorgt schon der sendungsbewusste Oberbürgermeister Werner Spec. Der will heute ein Verkehrskonzept für die ganze Region durchdrücken und morgen einen Tunnel durch die Stadt graben. Der greift nach jedem Pilotprojekt, das sich durch Digitalisierung auftut, verspricht den Bürgern Sporthallen, plant Parks – geradeso (so scheint es) wie es ihm in den Sinn kommt.

Und die Stadträte? Sie sonnen sich im Glanz, der von diesem innovationsfreudigen OB auf sie abfällt. Oder sie freuen sich, weil sie ihren Wählern etwas Schönes bieten können. Dabei könnte es durchaus zum Wohl der Stadt sein, den ach so visionären OB dann und wann zu bremsen. Ludwigsburg muss ja nicht alles auf einmal machen.

Wer gesehen hat, wie selbstgefällig im Stuhl fläzend Werner Spec die Aussprache über sein viertes Dezernat verfolgt hat, konnte ahnen, dass ihn nichts weniger interessiert als die Meinung der Stadträte.

So wie sie sich verhalten haben, kann man es ihm nicht einmal verdenken.

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