Alle Kontodaten sollen künftig automatisch an die Steuerbehörden des Heimatlandes übermittelt werden. Foto: dpa

Es ist eine kleine Sensation, wenn sich am Mittwoch in Berlin 50 Länder aus der ganzen Welt gegenseitig dazu verpflichten, automatisch alle relevanten Steuerdaten zu Kapitalerträgen auszutauschen.

Berlin - Dass es so schnell gehen würde mit dem Lüften des Bankgeheimnisses, damit hatten die wenigsten gerechnet. Es ist eine kleine Sensation, wenn sich am Mittwoch in Berlin 50 Länder aus der ganzen Welt gegenseitig dazu verpflichten, automatisch alle relevanten Steuerdaten zu Kapitalerträgen auszutauschen. Wohl gemerkt: Darunter sind etliche Länder wie die Cayman Islands, die Virgin Islands oder Liechtenstein, die eben noch als sicherer Hafen für notorische Schwarzgeldsünder galten.

Zur Wahrheit gehört freilich auch, dass es diesen Durchbruch im internationalen Kampf gegen die Steuerhinterziehung ohne den Beitrag der USA nicht gegeben hätte. Die Amerikaner haben die Europäer nämlich mit dem Fatca-Abkommen dazu verpflichtet, viele der Steuerdaten, um die es jetzt geht, zu erheben und den US-Behörden zu liefern. Darauf baut die Einigung auf, die im Beisein von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Mittwoch unterschrieben wird.

Für Schäuble wird das ein großer Tag. Der automatische Informationsaustausch ist das schlagkräftigste Instrument, das ein Finanzminister der Steuerverwaltung zur Identifizierung von Schwarzgeld im Ausland an die Hand geben kann. Dagegen sind die Selbstanzeige, von der Hunderttausende von Steuerhinterziehern schon Gebrauch gemacht haben, sowie der Ankauf und die Auswertung von dubiosen Steuer-CDs allenfalls Krücken auf dem Weg zu mehr Steuerehrlichkeit. Da von Anfang an 50 Länder mitmachen und der Druck auf die letzten Verweigerer von Transparenz immer größer werden dürfte, wird es bald weltweit richtig eng für Schwarzgeldsünder. Aus Sicht der ehrlichen Steuerzahler ist das Berliner Abkommen ein Grund, eine richtig gute Flasche Wein zu köpfen.

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