Kommentar zum Aus der Noverre-Gesellschaft Alarmsignal beim Ballett

Von Andrea Kachelrieß 

Szene vom Noverre-Abend am Mittwoch: Wer stemmt von nun an die Nachwuchsförderung? Foto:  
Szene vom Noverre-Abend am Mittwoch: Wer stemmt von nun an die Nachwuchsförderung? Foto:  

Das Ehrenamt stößt an seine Grenzen: Die Zukunft von Noverre liegt jetzt in der Hand des Stuttgarter Balletts.

Stuttgart - Ehrenamtliches Engagement hält in Deutschland vieles zusammen. Auch die Stuttgarter Noverre-Gesellschaft ist ein Verein, in dem Freiwillige in den zurückliegenden sechzig Jahren einiges bewegt haben, ihr Gründer Fritz Höver wollte die Stuttgarter zu Ballettkennern bilden. Als das gelungen war, verschrieb sich Noverre der Förderung des choreografischen Nachwuchses und wurde zum Vorreiter für viele Ballettkompanien, die heute Vergleichbares bieten. Mit einem Unterschied: Im professionellen Rahmen eines Theaters ist die Organisation eines Uraufführungsabends schlicht Alltag. Ehrenamtliche aber stoßen, wie die beschlossene Auflösung der Noverre-Gesellschaft zeigt, an ihre Grenzen. Zu stemmen ist sie nur von finanziell unabhängigen Enthusiasten, wie Fritz Höver einer war.

Die Zukunft der Noverre-Abende liegt nun folgerichtig in der Hand des Stuttgarter Balletts. Alarmierend ist das Aus des Vereins dennoch für alle Kulturschaffenden: Junge Menschen waren für seine Aufgaben nicht mehr zu begeistern.

andrea.kachelriess@stzn.de

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