Die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte funktioniert Foto: Piechowski

Schüler, Lehrer und Eltern werden noch lange an dem Amok-Alarm in Ostfildern zu knabbern haben. Trotzdem dürfen sie eine positive Erkenntnis mitnehmen: Die Alarmkette hat funktioniert, meint Jürgen Bock.

Ostfildern - Die Bilder vom 11. März 2009 stecken noch immer in vielen Köpfen. Der Amoklauf von Winnenden hat sich in das Gedächtnis der Menschen in Baden-Württemberg und weit darüber hinaus eingebrannt. Eltern stellen sich seither die bange Frage: Kann das auch unserem Kind passieren? Am Mittwoch hat diese Furcht für einige Stunden Besitz von Hunderten Menschen in Ostfildern ergriffen. Stunden, in denen niemand so recht wusste, was passiert ist – ob etwas passiert ist. Und ob das eigene Kind auch am nächsten Tag noch in die dortige Schule im Park gehen kann.

Ostfildern ist nicht zu einem neuen Winnenden geworden. Der Amokverdacht hat sich zunächst nicht bestätigt. Zwar ist noch unklar, ob es den bewaffneten Mann, den drei Mädchen gesehen haben wollen, tatsächlich gegeben hat, aber es ist niemandem etwas passiert. Die Schüler, Lehrer und Eltern werden dennoch lange zu knabbern haben an diesem Tag, der plötzlich die heile Schulwelt auf den Kopf gestellt hat. Doch sie dürfen eine positive Erkenntnis auf diesen Weg mitnehmen: Die Alarmkette hat funktioniert. Alle Beteiligten scheinen nach Winnenden dazugelernt zu haben.

Völlige Sicherheit kann es nicht geben

Lange hat man sich in den vergangenen Jahren den Kopf darüber zerbrochen, wie man Amokläufe an Schulen verhindern könnte. Klar ist, dass es völlige Sicherheit nie geben wird. Doch im Fall der Fälle ist ein überlegtes, erprobtes Vorgehen zwingend nötig. In Winnenden ist viel Zeit verstrichen, in der es immer mehr ­Opfer gegeben hat. In Ostfildern wie wenige Tage zuvor im badischen Ettlingen haben die Abläufe dagegen geklappt. In beiden Fällen sind die Schüler und Lehrer über interne Durchsagen aufgefordert worden, sich vorsorglich in den Klassenzimmern einzuschließen. In beiden Fällen hat die Polizei sofort umfassend reagiert, war in wenigen Minuten an Ort und Stelle und ist wie festgelegt in die Schulen vorgedrungen, um sie zu durchsuchen und die Schüler zu retten.

Dass in beiden Fällen kein Amokläufer da gewesen ist: umso besser. Bleibt nur zu hoffen, dass sich solche Großeinsätze in Zukunft selten wiederholen müssen.

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