Die Bären haben es derzeit an den Börsen nicht leicht, die Bullen sind in der Überzahl. Foto: dpa

Seit Wochen kennen die Aktienkurse nur eine Richtung, nach oben. Das billige Geld der Notenbanken muss angelegt werden.

Frankfurt - Die Geldspritzen der Notenbanken wirken – allerdings nicht unbedingt da, wo die Wirkung für die Volkswirtschaften in Europa eigentlich sein sollte. Es ist zwar richtig, dass das billige Notenbankgeld auch dazu geführt hat, dass die Kreditvergabe an Private und Unternehmen in dem einen oder anderen Land etwas besser funktioniert als noch vor einem Jahr, vor allem aber kommt das billige Geld an den Finanzmärkten gut an. Aktien sind seit dem Beginn der Niedrigzinsphase, spätestens aber seit der Staatsschuldenkrise in Europa, wie Kanzlerin Angela Merkel sagen würde, „alternativlos“.

Banken, Versicherungen und andere Investoren kommen so leicht an frisches Geld wie seit Jahrzehnten nicht, wenn es denn je überhaupt so günstig war. Und da Geld zumindest zurzeit nur dann Geld verdienen kann, wenn es bewegt wird, fließt eben ein großer Teil des Kapitals in Aktien. Für deutsche Privatanleger ist das immer noch eine Sache, der sie mit einer gewissen Skepsis begegnen. Da helfen alle Statistiken nicht, die für die Wertsteigerung von Aktien bessere Ergebnisse ausweisen als für die meisten anderen Anlageformen. Die bitteren Erfahrungen diverser Börsencrashs sitzen beim deutschen Sparer tief.

Selbst die Allzeit-Bestmarke ist nicht mehr weit entfernt

Dennoch klettert der deutsche Leitindex Dax seit einigen Wochen scheinbar unaufhaltsam, erreicht immer neue Jahreshöchststände, Sommerpause hin oder her. Selbst die Allzeit-Bestmarke ist nicht mehr allzu weit entfernt. Die großen politischen Sorgen scheinen gegenüber der Geldflut der Notenbanken, die die Kurse nicht nur in Deutschland treibt, keine Rolle zu spielen. Ob Brexit, die Türkei, ein möglicher US-Präsident Donald Trump oder was auch sonst an geopolitischen Risiken vorhanden ist, es wird einfach ausgeblendet.

Zum Teil ist das durchaus berechtigt, zumindest in den deutschen Unternehmen geht es durchweg gut voran. Die Zuversicht der Manager ist ungebrochen, da sie immer wieder neue Chancen sehen – selbst wenn sich das Wachstum in China oder anderen Schwellenländern abschwächt. „Made in Germany“ hat immer noch weltweit Erfolg. Zum Teil aber sind die Risiken noch da – und als Privatanleger sollte man nicht vergessen, dass die Profis viel schneller reagieren können, wenn das Pendel wieder umschlagen sollte. Deshalb gilt nach wie vor, dass jeder private Anleger seine Anlagen breit streuen sollte, selbst wenn er dadurch die absoluten Höchststände verpasst.

  
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