Der Peace Memorial Park in Hiroshima erinnert an die Opfer des amerikanischen Atombombenabwurfs. Im Mai will US-Präsident Barack Obama die Gedenkstätte besuchen. Foto:  

Präsident Barack Obama will Hiroshima besuchen und der Opfer des amerikanischen Atombomben-Abwurfs von 1945 gedenken. Er setzt damit ein wichtiges Zeichen für eine atomwaffenfreie Welt, kommentiert Rainer Pörtner. Rainer Pörtner

Stuttgart - Die USA sind der einzige Staat, der Nuklearwaffen in einem Krieg eingesetzt hat. Mehr als 200 000 Menschen starben durch die beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945. Vieles spricht dafür, dass der Einsatz dieser schrecklichsten vom Menschen erdachten Waffe militärisch nicht notwendig war: Japan hätte so oder so kapituliert.

Die USA tun sich bis heute schwer, ihrer Verantwortung für dieses Verbrechen gerecht zu werden. Wenn Barack Obama nun Ende Mai als erster amtierender US-Präsident nach Hiroshima reist, werden fast 71 Jahre seit dem Abwurf der Bomben vergangen sein. Bereits diese Tatsache spricht Bände, wie heikel das Thema in den USA bis heute ist. Obama wagt den Besuch, weil er sich keiner Wahl mehr stellen muss – das macht unabhängig. Aber selbst von ihm wird es kein Wort der Entschuldigung geben – so weit reicht seine Unabhängigkeit dann auch wieder nicht. Zum Ende seiner Amtszeit nimmt Obama noch einmal ein Grundmotiv seiner Präsidentschaft auf: die Vision einer atomwaffenfreien Welt. Weit ist er mit der Verwirklichung nicht gekommen. Zwar wurde der Iran-Deal vereinbart, zugleich stieg Nordkorea aber zur Atommacht auf. Mehr als Worte und Symbol-Besuche kann Obama nicht mehr einsetzen, um diese Vision am Leben zu erhalten. Aber immerhin: er versucht es.

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