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Die Felder der Universität Hohenheim eignen sich für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken, kommentiert der Redakteur Christoph Link.

Stuttgart - Die CDU-Abgeordnete Karin Maag hat mit ihrem Vorschlag, Cannabis zu medizinischen Zwecken in Hohenheim zu produzieren, recht früh einen gewagten Vorstoß unternommen. Denn noch ist das Gesetz, das Hanf als Arzneimittel einer weiteren Verbreitung zuführen wird, nicht beschlossen. Aber es wird kommen. Am sinnvollen Einsatz von Cannabinoiden – so heißen die Wirkstoffe im Hanf – in der Medizin gibt es keinen Zweifel. Es spricht einiges für die Idee, einer renommierten Institution wie der landwirtschaftliche Fakultät in Hohenheim die vom Staat gewünschte Produktion zu übertragen. Reichen die Agrarflächen nicht aus, könnten Felder hinzugepachtet werden. Wichtig ist die Federführung bei der Herstellung. Noch hält sich die Universität mit einer Stellungnahme zu diesem Thema verständlicherweise zurück. Denn noch hat es keine offizielle Anfrage gegeben, noch hat keine Ausschreibung stattgefunden.

Sondieren aber darf man schon. Und eins steht bereits fest: Da Cannabis auch als Rauschmittel seinen Interessenkreis hat – eine Entkriminalisierung ist in der politischen Diskussion aber noch in weiter Ferne – müssen die Anbauflächen ausreichend gesichert werden. Notfalls durch Zäune oder Wachpersonal, denn sonst wird ein Hanfanbau in Hohenheim zum Mekka für Drogenfreunde. Bundesweit sind landwirtschaftliche Versuchsanstalten übrigens gebrannte Kinder, was den Anbau politisch heikler Produkte anbelangt. Als vor Jahren die genehmigten Felder für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen von Gegnern mutwillig zerstört worden sind, fühlten sich viele Pflanzenforscher vom Staat allein gelassen. So etwas darf sich in ähnlicher Form nicht wiederholen.

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