Kommentar zu Fahrverboten in Ludwigsburg Mehr Aktion, weniger Ideologie

Von Rafael Binkowski 

Fahrverbote für Ludwigsburg? Um das zu verhindern, braucht es Einigkeit. Foto: dpa
Fahrverbote für Ludwigsburg? Um das zu verhindern, braucht es Einigkeit. Foto: dpa

Stadtbahndebatte, intelligente Ampeln und das ewige Parkplatzproblem: Die Verkehrsdebatte in Ludwigsburg dreht sich im Kreis, kommentiert Rafael Binkowski. Das ist schlecht.

Ludwigsburg - Keine Frage: Intelligente Ampeln, mitdenkende Autos, vernetzte Verkehrslenkung, das ist alles schön und gut. Ludwigsburg ist Modellstadt und sichert sich viele Millionen aus dem Dieselgipfel im Kanzleramt. Dazu wird die Busflotte auf Elektroantrieb umgestellt.

Das sind alles sinnvolle und richtige Projekte, die aber nicht das Problem hoher Stickoxid-Belastungen lösen und Fahrverbote dauerhaft vermeiden. Die Debatte im Gemeinderat zeigt, dass die Dauerdiskussion über Autos in der Innenstadt, Parkplätze und Nahverkehr alles überlagert. In diesen wichtigen Fragen blockieren sich die Fraktionen im Rat seit Jahren, sodass der Fortschritt nur in Tippelschritten vorankommt. Wirkliche Entlastung könnte es nur durch große Fortschritte beim Nahverkehr geben.

Uneinigkeit führt zu Handlungsunfähigkeit

Dazu waren die vergangenen Wochen wenig ermutigend. Der Landrat Rainer Haas und der OB Werner Spec misstrauen sich und verfolgen ihre Luftschlösser: Der eine träumt von einer Hochflurbahn durch Ludwigsburg, der andere von einer Wasserstoffbahn nach Markgröningen. Beides ist völlig unrealistisch. Auch BRT-Schnellbusse nach Remseck bleiben ein Phantom, weil Remseck diese nicht will. Jeder gegen jeden, Ludwigsburg gegen die Umlandkommunen: So geht nichts voran.

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