Eigentlich logisch: Niersbach soll DFB-Präsident werden, sagt Gunter Barner.

Bitte, man hat schon Tore kurz vor dem Anpfiff zusammenbrechen sehen. Aber es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn der künftige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht Wolfgang Niersbach heißen sollte. Eigentlich logisch: Franz Beckenbauer will ihn, Günter Netzer schätzt ihn, Liga-Präsident Reinhard Rauball empfiehlt ihn, und der noch amtierende DFB-Präsident Theo Zwanziger konnte ihn nicht verhindern.

Das ist gut so: Der gelernte Journalist kennt den deutschen Fußball aus dem Effeff. Er ist in den internationalen Sportverbänden gut vernetzt, als Generalsekretär auf dem schwer beweglichen Tanker DFB hält er sich gewandt auf mitunter schwankenden Planken.

Wird Strategie seines Vorgängers nicht fortsetzen

Dass er Skandale, Affären und Krisen ähnlich beratungsresistent und mimosenhaft wie Theo Zwanziger handhaben wird, ist nicht zu befürchten. Auch die Strategie seines Vorgängers, vorzugsweise die „Bild“-Zeitung mit Exklusivmaterial zu versorgen, um im positiven Licht des Boulevards zu erscheinen, dürfte unter Niersbach keine Fortsetzung finden.

Die Zeiten sind hart: Schwierigkeiten scheinen inzwischen zum DFB zu gehören wie die Luft zum Ball. Wettskandal, Schiedsrichter-Affären, Gewalt in den Stadien, der Streit um die Pyrotechnik – das alles braucht einen besonnenen Chef, der erfahren ist im Umgang mit Problemfeldern. Ob Theo Zwanzigers Lieblingskandidat diesbezüglich erste Wahl gewesen wäre, darf bezweifelt werden. Erwin Staudt ging als Präsident des VfB Stuttgart Konflikten lieber aus dem Weg, als sie zu lösen. Nun ist er über Nacht auf der Ersatzbank gelandet. Wer ihn kennt, weiß: Er wird es verschmerzen.

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