Auf der Baustelle am Leuze kommt es zu Verzögerungen Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Zeche in der verfahrenen Bausache am Leuze bezahlt wohl am Ende wieder der Bürger mit seinen Steuern, meint Lokalredakteur Konstantin Schwarz.

Stuttgart - Die Vertragslage und die Herausforderungen beim Bau der Tunnel für die Bundesstraße 10 am Neckar scheinen noch komplizierter als die Streckenführung, durch die sich Autofahrer beim Mineralbad Leuze quälen müssen. Nun streiten eine Baufirma und die Stadt darüber, wer für die Misere verantwortlich ist.

Sogenannte Nachträge für zunächst nicht vereinbarte Leistungen oder überraschende Erschwernisse sind in der Branche üblich. Allerdings nicht in einem Umfang von fast 50 Prozent, wie sie jetzt zur Debatte stehen.

Der Gemeinderat hat dem Technikbürgermeister Dirk Thürnau (SPD) mehr Geld für Ingenieure und Juristen gegen unberechtigte Forderungen zur Verfügung gestellt. Die Lage ist verfahren, letztlich wird ein Gericht entscheiden, wie viel Geld fließt. Es geht um 18 Millionen Euro. Schon zum Baustart wurde das Projekt um 44 Millionen teurer.

Bei Großvorhaben wie Stuttgart 21, dem Neubau des städtischen Klinikums und nun dem Rosensteintunnel werden exorbitante Kostensteigerungen und Verspätungen zur Gewohnheit. Das spricht nicht für eine gute Planungskultur. Thürnau nennt schwierige Geologie, Bauen unter Verkehr und die Kampfmittelsuche als Gründe der Misere. Diese Themen kommen nicht überraschend. Das sehr ärgerliche Ergebnis ist es ebenso wenig: Die Zeche begleicht wie üblich der Steuerzahler.

konstantin.schwarz@stzn.de

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