An einem solchen Hotel scheiden sich die Geister in Nürtingen. Foto: Büro Sebrle

Die Bürgerinitiative Nürtingen am Neckar will im Hotel-Streit keinen faulen Kompromiss. Hinter der Absage an OB Heirich steht die Sorge, wie schon zuvor beim Wörth-Konflikt einmal mehr über den Tisch gezogen zu werden.

Nürtingen - Der Nürtinger Oberbürgermeister Otmar Heirich (SPD) reicht im Hotel-Streit die Hand zum Mediationsprozess, und die Bürgerinitiative (BI) Nürtingen am Neckar lehnt dankend ab. Das Zurückzucken hat zwei Gründe. Die stattliche Zahl von 4500 Menschen in der 40 000-Einwohner-Stadt hat gegen den Verkauf von Flächen zum Bau eines Hotels unterschrieben. Würde die BI in einem Mediationsverfahren nun plötzlich doch über den Bau eines Hotels verhandeln, machte sie sich in den Augen ihrer Unterstützer unglaubwürdig. Insofern ist die Absage vom Donnerstag aus Sicht der BI nur konsequent.

Das Nein ist aber auch die Folge eines seit langem zu beobachtenden Vertrauensverlusts. Vielen Nürtingern ist das Desaster im Konflikt um das Wörth-Areal am gegenüberliegenden Neckarufer noch in Erinnerung. Damals lud Heirich so wie jetzt gezwungenermaßen zu einem Runden Tisch. Der dort erzielte Kompromiss für eine reduzierte Wohnbebauung wurde dann aber von einer Gemeinderatsmehrheit weitgehend ignoriert. Entsprechend groß war die Empörung. Ohne solche Erfahrungen hätte die BI die Hand jetzt vielleicht ergriffen. Zu groß ist heute aber die Sorge, wieder einmal über den Tisch gezogen zu werden.

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