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15 Monate hatte die Bahn Zeit, sich um Belange des Natur- und Artenschutzes zu kümmern.

Stuttgart - Die Bahn und die Befürworter von Stuttgart 21 sind genervt. Ihre Hoffnung, der Widerstand gegen das Milliardenprojekt würde nach der Volksabstimmung merklich abflauen, hat sich zumindest auf juristischer Ebene nicht erfüllt. Das jedoch hat sich die Bahn selbst eingebrockt. Spätestens nach der Schlichtung hätte sie wissen können, ja müssen, dass sie es auf der Gegenseite nicht mit uninformierten und naiven Hinterwäldlern zu tun hat.

15 Monate hatte die Bahn Zeit, sich um gesetzlich verankerte Belange des Natur- und Artenschutzes - Stichwort Fledermaus und Juchtenkäfer - im Mittleren Schlossgarten zu kümmern. Sie hat es nur höchst unprofessionell getan. Damit hat sie den gewieften Gegnern eine Steilvorlage nach der anderen geliefert. Und dass die Natur- und K-21-Aktivisten jede juristische Möglichkeit ausschöpfen, die sich ihnen in einem funktionierenden Rechtsstaat bietet, ist legitim. Das mag nerven, ist aber völlig in Ordnung. Wer glaubt, das sei nur noch Widerstand um des Widerstands willen, tut ihnen Unrecht.

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