Sebastian Vettel landete zum Saisonstart der Formel 1 auf Platz drei Foto: dpa

Die Vorzeichen dafür, dass die Formel 1 diese Saison spannender wird als im Vorjahr, stehen nach dem Auftaktrennen in Australien ganz gut.

Melbourne - Die gleiche Prozedur wie letztes Jahr? Die gleiche Prozedur wie jedes Jahr! Butler James und Miss Sophie haben den Formel-1-Auftakt in Melbourne nicht am Fernseher verfolgt, wie wahrscheinlich viele andere, die Prickelnderes zu tun hatten als sich am Sonntag um 6 Uhr aus dem Bett zu schälen. Wer sich gegen 8 zum Frühstück übers Ergebnis informiert hatte, dem könnte die berühmten Worte von Miss Sophie und Butler James in den Ohren geklungen haben – wieder einmal hat Mercedes mit Nico Rosberg und Lewis Hamilton eine Doppelsieg gefeiert, es war Nummer 24 in den vergangenen 39 Rennen seit 2014.

Wer nicht gerade in silberner Bettwäsche schläft oder den Mercedes-Stern auf die Schulter tätowiert hat, der könnte gelangweilt über die nächste Saison der Formel Gähn lästern. Er muss es aber nicht. Es gibt tatsächlich Argumente, die gegen eine freiwillige Formel-1-Abstinenz sprechen. Erstens werden die Startzeiten bald wieder besser zu den Schlafgewohnheiten der Deutschen passen, was fraglos eine notwendige Bedingung darstellt. Zweitens hat Sebastian Vettel im Ferrari bis zum Horror-Unfall von Fernando Alonso (nicht nur) den Frühaufstehern den Beweis geliefert, dass Herr Rosberg und Mister Hamilton durchaus überholt und auf Distanz gehalten werden können. Zudem bietet ein Grand Prix allerhand weitere Adrenalin-Kicks. Die Chancen stehen also doch ganz gut für ein mitreißendes Duell der Giganten Mercedes und Ferrari; Silber gegen Rot. Dann gilt nicht nur für die Motorsport-Abteilung des Daimler-Konzerns vor jedem Grand Prix Alarmstufe Rot. Auch die deutschen PS-Freunde verspüren dann noch an 20 Sonntagen in diesem Jahr eine freudige Erregung – nicht nur im Gasfuß, bevor die roten Ampeln erlöschen.

j.kemmner@stn.zgs.de

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