Gewerkschaft will den Streik am Frankfurter Flughafen verschärfen, wenn der Betreiber nicht einlenkt.

Frankfurt/Main - Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will den Streik auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens in der nächsten Woche verschärfen, wenn der Betreiber Fraport nicht einlenkt. „Wir werden nicht zurückstecken“, erklärte Tarifvorstand Markus Siebers am Freitagmorgen. Man werde bei einem Stillstand der Gespräche „definitiv“ wieder streiken und erneut 24 Stunden vorher warnen.

Der Streik von rund 200 Vorfeldbeschäftigten am Frankfurter Flughafen führt mindestens bis Samstag zu Behinderungen im Flugverkehr. Die Lufthansa hat bereits einige Flüge am Wochenende gestrichen, wie der Internetseite zu entnehmen ist. Am Donnerstag strich das Unternehmen nach Angaben einer Sprecherin 50 von 158 Verbindungen, dabei handelte es sich um 100 Hin- und Rückflüge. Für Freitag hat die Lufthansa in der Streikzeit von 8 Uhr bis 22 Uhr demnach 125 von 290 Flugpaaren gestrichen. Betroffen sind Flüge in Deutschland und Europa. Die Langstreckenflüge starten und landen demnach nach Plan, wie es hieß.

Am Donnerstag wollen die rund 200 Beschäftigten, die als Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen oder Flugzeug-Einweiser arbeiten, ab 15 Uhr streiken. Sie wollen damit ein deutlich höheres Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen. Der Streik soll sieben Stunden anhalten. Der Betreiber des größten deutschen Flughafens, die Fraport AG, erwartet bereits für den Donnerstag Verzögerungen und Flugausfälle, will aber den Betrieb nach eigenen Angaben mindestens zur Hälfte aufrechterhalten.

Fluggesellschaften haben begonnen, Flugpläne umzubauen

Passagiere wurden aufgefordert, sich mit ihren Fluggesellschaften in Verbindung zu setzen. Lufthansa und andere Gesellschaften haben begonnen, ihre Flugpläne umzubauen. Möglicherweise versucht Fraport auch noch, den Streik juristisch mit einer einstweiligen Verfügung zu stoppen. Eine Entscheidung darüber war noch offen. Fraport hatte in dem schwelenden Tarifkonflikt einen Schlichterspruch des Hamburger CDU-Politikers Ole von Beust abgelehnt und eine nachfolgende Erklärungsfrist der Gewerkschaft verstreichen lassen.

Die GdF will den Spruch nach eigenen Angaben umsetzen. Fraport-Arbeitsdirektor Herbert Mai hatte gesagt, man wolle auf Grundlage des bisherigen Angebots weiterverhandeln. Er widersprach der GdF-Darstellung, dass man die Gleichstellung mit dem Personal in München verweigere. Bei den Vorfeldlotsen sei man auf exakt dem gleichen Niveau.

Bei den übrigen Beschäftigen verlange die GdF Gehälter, die den Rahmen am Flughafen sprengen würden. Für sie gebe es auch keine Vergleichsgruppen in München oder Berlin. Mai bezifferte die verlangten Steigerungen auf 64 bis 73 Prozent gegenüber dem Status Quo.

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