Kolumne zur Trennung des Jahres Das Ende einer Werbe-Ehe

Von Tom Hörner 

Bild aus besseren Tagen: Thomas Gottschalk (rechts) und ein Goldbar haben sich lieb Foto: dpa
Bild aus besseren Tagen: Thomas Gottschalk (rechts) und ein Goldbar haben sich lieb Foto: dpa

Scheiden tut weh! Das gilt nicht nur für die an einer Partnerschaft beteiligten Personen. Geht eine Promi-Ehen entzwei, leiden auch wir Zuschauer mit. Ein Nachruf auf die Trennung zwischen Thomas Gottschalk und den Goldbären.

Stuttgart/Bonn - Aus! Schluss! Entzwei! Schon wieder geht eine Ehe in die Brüche. Schon wieder wird uns der Glaube an die ewige Zweisamkeit geraubt. 24 Jahre waren sie zusammen, schienen unzertrennlich. Er, der Sonnenjunge mit dem stets güldenen Haar. Und sie, die Goldbären, ein bisschen moppelig zwar, aber immer eine Versuchung wert. Auch wenn sie nie etwas sagten und immer nur er es war, der sprach. Wir fühlten, dass es gut war.

Sicher, es mag auch in dieser Ehe schwierige Zeiten gegeben haben. Ein Vierteljahrhundert ist eine lange Zeit. Wir sind nicht blöd, haben so unsere Erfahrungen, wissen aus dem Vorabendprogramm, dass Beziehung auch Arbeit ist. Und doch, Gottschalk und die Goldbären, das war wie Pech und Schwefel. Dagegen konnten nicht mal Käpt’n Iglo und seine Fischstäbchen anstinken.

Als wir die Nachricht von der Trennung lasen, klang uns der bekannte Slogan im Ohr: „Haribo macht Kinder froh – und Erwachsene ebenso.“ Sofort fragt man sich: Wer bekommt die Kinder? Wer die Erwachsenen? In den offiziellen Verlautbarungen las sich das so, als trenne man sich in gegenseitigem Einvernehmen. Man kennt das – und weiß als medial erfahrener Beziehungsbegleiter und Voyeur: Hinter den Kulissen wurde mit Bandagen gekämpft. Anwälte wurden eingeschaltet. So eine Trennung geht nie ohne Tränen ab. Schon gar nicht nach der Zeit.

Das weiß keiner besser als Gottschalk, der Große, himself: „Die Goldbären und ich waren ein Glücksfall füreinander. Manche wissen schon gar nicht mehr, wer von uns beiden zuerst da war. Es waren die Goldbären!“

Man ist im Laufe der Jahre bei öffentlichen Beziehungen und deren Ende ja einiges gewohnt, denken wir nur an ­Bohlen, der seinen Damen Spitznamen gab, weil er sich die echten Vornamen weder merken konnte noch wollte. Aber so etwas gab es noch nie: Im selben Atemzug, in dem Gottschalk das Ende der Werbeehe verkündete, präsentierte er seinen Nachfolger, Bully Herbig. Das hat noch nicht mal Lothar Matthäus geschafft.

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