Computersimulation des Torliniensystems GoalControl Foto: dpa, FIFA/GoalControl

Der Videobeweis im Fußball ist eine feine Sache – aber hoffentlich erst der Anfang. StN-Autor Tom Hörner setzt auch im zwischenmenschlichen Bereich auf die Aussagekraft bewegter Bilder.

Stuttgart - Bald wird die Welt ein Stück gerechter. Kommende Saison kommt in der Bundesliga die Torlinientechnik zum Einsatz, im Volksmund als Videobeweis bekannt. Das ist nur der Anfang. Ist der Ball erst mal im Rollen, wird er auch vor anderen Lebensbereichen nicht Halt machen.

Im Straßenverkehr fahren die Russen bereits mit gutem Beispiel voran. Weil Videos aus dem fahrenden Wagen gerichtsverwertbar sind, wird gefilmt auf Teufel komm raus. Dies führt nicht nur zu mehr Gerechtigkeit, sondern auch dazu, dass die schönsten Crashvideos auf Youtube aus Russland stammen.

Oder schon mal überlegt, wie viele Beziehungen mit Videobeweis noch intakt sein könnten? Sagt sie: „Du immer mit Deiner Schnarcherei vor der Glotze.“ Kontert er: „Ich schnarche nicht, ich atme bei spannenden Szenen nur tief durch. Aber wo wir gerade dabei sind: Wenn Dir das Huhn anbrennt, kein Problem. Ist meiner Mutter auch schon passiert. Aber musst Du es mir dann vorsetzen?“

In Zeiten des Videobeweises werden sich die beiden nun die entsprechenden Szenen anschauen – und ganz egal, wie das Ergebnis ausfällt, selbst wenn klar wird, dass er wie ein Walross geröchelt hat und das Huhn von einem Brikett kaum zu unterscheiden war: Nun herrscht Klarheit in der Beziehung.

Wir wollen nicht zu sehr ins Detail ­gehen, aber im Schlafzimmer könnte der Videobeweis Aufklärungsarbeit leisten. Schlechter Sex! Wie leicht steht so ein Vorwurf nach Jahren der Intimität im Raum. Und wie leicht kann ihm mittels Videobeweis begegnet werden. Sollte man sich über Qualitätskriterien nicht einig werden, könnte ein befreundetes Paar hinzugezogen werden. Oft sehen acht Augen mehr als vier.

Vor allem aber in Glaubensfragen könnte der Videobeweis wahre Wunder wirken. Gibt es den liebe Gott nun oder nicht? Brüder und Schwestern, schaut euch „Bruce Allmächtig“ an. Und ihr werdet sehen: Gott existiert. Er ist schwarz und hat große Ähnlichkeit mit dem Schauspieler Morgan Freeman.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: