Womöglich kann der Herr Korrespondent auch rausschauen – wer was das heutzutage schon Foto: Decksmann

Mit modernen Smart-TVs, die am Internet hängen, kann man auch ins Wohnzimmer hineinschauen. Das muss nicht unbedingt zum Nachteil der Gucker sein, meint StN-Fernseher Tom Hörner .

Stuttgart - Im Fernsehen waren ­Berichte zu sehen, die einem das Fernsehen verleiden konnten. Ich weiß nicht, welches aufklärerische TV-Magazin ­damit angefangen hat. Ist aber auch wurscht, der Inhalt war immer derselbe: Wer einen ­modernen Apparat besitzt, ein sogenanntes Smart-TV-Gerät, das übers Internet mit der Welt verbunden ist, der sollte wissen, dass man das Ding theoretisch benutzen kann, um ins Wohnzimmer hineinzuschauen.

In sämtlichen Berichten tauchten ­sorgenvoll dreinschauende „Sicherheitsexperten“ auf, die das taten, was Sicherheitsexperten immer tun: Sie warnten. Mir war nur nicht klar, vor was, was wohl daran lag, dass ich mir nicht vorstellen kann, wer ein Interesse daran haben könnte, mir beim Fernsehen zuzugucken. Die Amerikaner? Amazon? ­Zalando? ­Meine Krankenkasse? Mein Chef? Ich glaube, mir beim Fernsehen zuzuschauen, ist noch uninteressanter, als meine Mails und Kurznachrichten zu lesen.

Nur für den Fall, dass irgendwelche Geheimdienstler diesen Text in die Hände bekommen: Meinen Datenverkehr anzuzapfen könnt ihr euch schenken. Alles, was mir durch den Kopf geht, schreibe ich in der Zeitung. Kauft euch ein Abo – und ihr seid bestens bedient.

Dass ich die TV-Berichte halbwegs entspannt verfolgen konnte, liegt daran, dass ich noch ein altes, man muss wohl sagen abhörsicheres Gerät besitze. Ein ausladendes Röhreneumel, an dessen aufgeheizter Rückwand man Weißbrot toasten kann und das so viel Strom frisst, dass man eigentlich nicht gegen Atomstrom sein darf.

Wie alles im Leben, so haben auch Smart-TV-Apparate zwei Seiten. Die Möglichkeit, dass man beim Fernsehen beobachtet wird, lässt sich pädagogisch nutzen. Wer jemals seine Kinder vor der Glotze zur Ordnung rief („Kevin, nimm die Füße vom Tisch und den Finger aus der Nase“), weiß, was ich meine. Da wirkt Big Brother Wunder.

Übrigens: Ganz egal, ob Sie diesen Artikel in der Zeitung oder im Netz ­gelesen haben. Ich habe keinen Versuch unternommen, Ihnen bei der Lektüre über die Schulter zu schauen.

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