Ob der einen Aschenbecher hat? Kann man aus dieser Perspektive schwer sagen Foto: dpa

Eine Frau bestellt für 135.000 Euro einen Nobelschlitten mit Raucherpaket. Als der Wagen ausgeliefert wird, fehlt der Aschenbecher. Dass die Frau den Boliden nicht haben will, versteht selbst ein militanter Nichtraucher wie StN-Kolumnist Tom Hörner.

Stuttgart/Oldenburg - Als der Nichts-ist-unmöglich-Konzern Toyota vor vielen Wintern eine Nobel­marke auf den Markt brachte, war es kein Zufall, dass er sie auf den ­Namen Lexus taufte. Lexus klingt in unseren Ohren wie Luxus. Das versteht die ganze Welt.

Um eine Lexus-Limousine ging es diese Woche bei einer ­Verhandlung vor dem Oberlandesgericht Oldenburg, für Feinschmecker: Es handelte sich um einen LS 600h L, einen hybridgetriebenen Boliden mit Benzin und Elektromotor. Genau genommen stand nicht der Wagen vor Gericht, dessen Besitzerin und ein ­Toyota-Händler trafen sich. Sie lagen im Clinch, weil der Nobelschlitten nicht wie bestellt ausgeliefert worden war: Es fehlte der Aschenbecher.

Wir Kleinwagen- und Mittelklasse­wagenbesitzer mögen das kleinlich ­finden, uns würde dank eingebauter Fußreflex­zonenmassage und Nasenspülung gar nicht auffallen, dass was fehlt. Aber die Besitzerin sah das anders. Und das Hohe Gericht auch. Es drückte sich vornehmer aus, aber im Grunde meinte es in der Urteilsbegründung: 135 000 Euro sind ein Haufen Asche, dafür kann man auch einen Aschenbecher verlangen, zumal, wenn die Karre mit „Raucherpaket“ geordert worden war. Jetzt muss der Händler den ­Lexus zurücknehmen und versuchen, ihn an einen Nichtraucher zu verscherbeln, weil man den Wagen nicht so einfach auf Raucher umrüsten kann.

Ich bin Nichtraucher, aber als ich von dem Urteil erfuhr, war ich Feuer und Flamme, was ein Beleg dafür sein könnte, dass mein Einfühlungsvermögen an das eines Lexus heranreicht. Man stelle sich vor: Da bestellt jemand für reichlich ­Kohle einen rollenden Rauchsalon, um ungestört das tun zu dürfen, was ihm sonst verwehrt wird: Eine zu schmauchen. Und in dem geräuschlos dahingleitenden Schlitten dem Knistern des brennenden Tabaks zu lauschen.

Als Hybridmodell kann der Lexus ­übrigens kleine Strecken zurückzulegen, ohne dass der Verbrennungsmotor stinkt. Dieser Lexus sollte wenigstens dem ­Fahrer erlaubt sein.

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