Die große Hitze ist nun weg. Und damit leider die langen Sommerabende, die man mehr als sonst genossen hat. Foto: imago images/Panthermedia

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Was aber waren das für sonderbare Wochen, die man schon bald vermissen wird. Vom Genuss an langen Abenden und Abstandsregeln.

Stuttgart - Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Was aber waren das für sonderbare Wochen, in denen man so abstruse Dinge tat, wie zur Mitternachtsstunde Freibadtickets zu buchen? Die große Hitze ist nun weg. Und damit leider die langen Sommerabende, die man mehr als sonst genossen hat. Das erfrischende Lüftchen auf der Terrasse, die Stunden mit Freunden beim Essen unter freiem Himmel. Wir bereiten uns auf den Herbst vor, ernten die letzten Tomaten, die beim Pflücken platzen, schauen dem Mangold zu, der nicht aufhören will zu wachsen, staunen über große Kürbisse, für die man noch nicht bereit ist, sie in Suppe zu verwandeln oder ein Risotto daraus zu machen. Etwas Zeit haben wir ja noch.

Sammeln von kulinarischen Erlebnissen

Uns geht es gerade wie den Mäusen in dem Bilderbuch „Frederick“ von dem italienischen Autor, Maler und Grafiker Leo Lionni aus dem Jahr 1967. Eigentlich macht die Feldmaus Frederick alles richtig. Während die anderen Mäuse arbeiten, sitzt Frederick auf einem Stein – und tut scheinbar: nichts. Dabei sammelt auch die Maus Frederick: Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Wir sammeln derweil kulinarische Erlebnisse.

Wie werden Auflagen umgesetzt?

Wer jetzt essen gehen will, schaut nicht nur danach, was die Speisekarte offeriert, sondern auch, wie die Auflagen umgesetzt sind, wie Masken getragen und Abstände gewahrt werden. Wo der Wirt den Gästen das Gefühl gibt, sicher zu sein. Natürlich heißt das, dass man etwas planen, vielleicht mal warten muss, bis ein Platz frei ist.

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Diese Zeit der Pandemie ist für niemanden einfach. Vor allem nicht für die Gastronomen. Auf Vertrauen und Verständnis kommt es an – und auf gutes Essen. Um noch mehr wunderbare kulinarische Erlebnisse zu sammeln, habe ich in einem gehobenen Restaurant reserviert. In der Bestätigungsmail stand geschrieben, dass man auf entsprechende Kleidung achten solle. Für einen guten Luftaustausch seien die Fenster geöffnet. Gut so! Immer mit den Sorgenvollen, die die letzten Sonnenstrahlen für den Herbst konservieren.

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