Lesung mit atemberaubenden Blick auf die Stadt. Foto: Stresse/Hottmann

Eine Gruppe junger Idealisten verbrachte in der Villa Bolz in diesem Jahr den „Sommer ihres Lebens“. Sie hoffen auf eine Fortsetzung.

Stuttgart - Für die vier jungen Leute war es einfach nur „ein Traum“. Auf der Suche nach einem Ort, an dem sie gemeinsam leben konnten, waren sie im Frühjahr auf ein Inserat gestoßen, in dem ein „Abrisshaus“ zur Zwischennutzung angeboten wurde: die Villa am Kriegsbergturm 44. Sie waren begeistert. Mit dem Eigentümer, dem „wohnbau-Studio“, wurden sie sich schnell einig, und sie waren sich sicher: In diesem Haus würden sie „den Sommer ihres Lebens“ verbringen. Die Villa mit dem großen Garten, den Kirschbäumen und dem Traumblick auf die Stadt empfanden sie als „magische Örtlichkeit“. Erst recht als sie feststellten, wo sie eigentlich eingezogen waren: „Durch regen Austausch mit den Nachbarn stießen wir auf die Persönlichkeit Eugen Bolz . . .“

Die Gruppe der Idealisten wuchs – auf mehr als 20 Personen. Kunststudenten, Erzieher, Freigeister. Gäste waren stets willkommen. Ihr Ziel: die „grenzenlose Entfaltung kreativer Ideen“ – in gegenseitiger Achtsamkeit. Ein Gegenentwurf zum Egoismus. In ihrem Haus der Träume verschmolzen Kunst, Geschichte und Soziales. Sie gründeten einen Verein: „Kollektiv 44“, eine Plattform für Lebenskünstler.

Jetzt ist der Sommer vorbei. Die Bewohner bereiten sich auf den Auszug vor. Sie hoffen, anderswo unterzukommen – mit Hilfe des „wohnbau-Studios“ oder anderer Wohnungsbauunternehmen. Ihren Traum vom menschenfreundlichen Kollektiv wollen sie weiterleben.

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