Bereits zum dritten Mal hat das Schweizer Institut Eawag die Abwässer europäischer Städte auf Drogen getestet - und kommt dabei zu erstaunlichen Ergebnissen. Rein rechnerisch wird demnach in Zürich täglich rund 1,6 Kilogramm Kokain konsumiert.

 Zürich/Stuttgart - Bereits zum dritten Mal hat das Schweizer Institut Eawag die Abwässer europäischer Städte auf Drogen getestet - und kommt dabei zu erstaunlichen Ergebnissen. Rein rechnerisch wird demnach in Zürich täglich rund 1,6 Kilogramm Kokain konsumiert. Aber auch andere europäische Städte haben verräterische Spuren im Abwasser.

Generell wird in der Studie deutlich, dass es große Unterschiede zwischen den Ländern gibt was die Art des Drogenkonsums angeht. Insgesamt wurde neben Kokainrückständen auch auf Amphetamine, Metamphetamine (Crystal), Ecstasy und Cannabis (THC) getestet.

Beim Kokain-Konsum liegt Antwerpen (Belgien) an erster Stelle, dicht gefolgt von Amsterdam (Niederlande) und Zürich (Schweiz). Unter den drei deutschen Städten, die an der Studie teilgenommen haben (Dresden, Dortmund, Dülmen), liegt hier Dortmund vorn - auf dem elften Platz von 42 Städten.

Auch beim Konsum von Amphetaminen (Speed) ist Antwerpen weit vorn (Platz 2)  - nur getoppt von Eindhoven. Auf Platz drei kommt das schwedische Göteborg. Hier liegt Dortmund auf Platz sechs und Dülmen auf Platz neun. In Dresden (Platz 40) dagegen werden offenbar so gut wie keine Amphetamine konsumiert.

Der Crystal-Konsum (Metamphetamin) ist vor allem im Osten Europas hoch - Prag liegt hier an erster Stelle. Allerdings kommt Norwegen mit Oslo auf Platz zwei, Budweis rangiert auf Platz drei, Bratislava auf Platz vier. Dresden liegt in dieser Statistik auf Platz fünf. In Dülmen und Dortmund scheinst Crystal kein großes Thema zu sein (je Platz 32).

Ecstasy wird - im Gegensatz zu Kokain - nach den Untersuchungen vor allem am Wochenende konsumiert. Hier liegen ebenfalls Eindhoven (1) und Amsterdam (3) vorn - zudem auch noch Utrecht (2). Dortmund dagegen rangiert auf Platz 18.

Ein weiteres erstaunliches Ergebnis ist, dass Paris den Untersuchungen nach eine der größten Kiffer-Städte ist. Frankreichs Hauptstadt liegt hier auf Platz drei - mehr Cannabis wird nur im serbischen Novi Sad (1) und in Amsterdam (2) konsumiert. Hier liegt Dortmund auf Platz elf. Dülmen und Dresden rangieren im Mittelfeld. Allerdings fiel die Schweiz und einige andere Länder bei der Cannabis-Statistik raus, da die Labors bestimmte Richtwerte nicht erfüllten.

Für die Studienautoren steht jedoch weniger das Ranking der europäischen Städte untereinander im Fokus. Vielmehr ließe sich durch die Analysen sehr präzise abbilden, wieviel Drogen generell konsumiert würden - und aufgrund der höheren Fallzahlen seien die Messungen genauer als die nationalen Dorgenmessungen.

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