Der Koffer mit den Rössle-Symbolen Foto: Polizei

Letzte Sicherheit soll die DNA-Analyse bringen, aber eigentlich glaubt die Polizei, die Tote aus dem Koffer zu kennen. Am Freitag soll das Ergebnis der Analyse vorliegen.

Stuttgart - Im Fall des Doppelmords mit zwei Leichen im Schlossgarten tut sich die Polizei bei dessen Aufklärung weiter schwer. Immerhin: Die Ermittler der Sonderkommission Damm glauben, das bisher unbekannte weibliche Opfer zu kennen, nachdem die Beamten den 50 Jahre alten Toten bereits am Montag als aus dem Obdachlosenmilieu stammend identifizieren konnten.

Alle Infos zu dem mysteriösen Mordfall lesen Sie hier

Letzte Sicherheit erhoffen sich die Beamten bis zum Freitag. Bis dahin soll der Abgleich eines genetischen Fingerabdrucks aus dem Blut der Frau mit Spuren aus ihrer möglichen Unterkunft vorliegen, sagte Polizeisprecher Jens Lauer am Mittwoch.

Konkrete Hinweise auf die Identität der Frau hatten sich wohl recht rasch ergeben. Die Beamten der Soko Damm würden „mit hoher Wahrscheinlichkeit den Namen der Frau kennen“, so die Polizei am Mittwoch. Letzte Sicherheit liefere die DNA-Analyse. Der Vergleich des Genmaterials aus dem Blut der Frau und wohl von einer Zahnbürste aus ihrer mutmaßlichen Unterkunft erweist sich aber als sehr aufwendig.

Am Fundort hätten die Beamten viel Blut sicherstellen können, so Lauer. Jedoch habe der fortgeschrittene Verwesungsprozess eine Analyse unmöglich gemacht. „Dafür wird jetzt Venenblut aus der Obduktion verwendet.“

Über den Koffer mit den aufgesprühten silbernen Rössle-Symbolen haben sich bisher keine Anhaltpunkte auf den oder die Täter ergeben. Die beiden Leichen waren in Rollkoffer verpackt und im unteren Schlossgarten abgestellt worden. Passanten hatten die blutverschmierten Koffer am Sonntagabend entdeckt.

Nach der Veröffentlichung von Bildern von einem der Koffer sind laut Polizei bis Mittwochnachmittag rund 40 Hinweise per Telefon, per Fax und über die sozialen Netzwerker im Internet eingegangen – keiner davon habe aber bisher „zu einer heißen Spur“ geführt, so Lauer. Der Koffer könne aus dem Sperrmüll stammen, genauso gut aber Tätern oder Opfern gehört haben. Dazu Lauer: „Alles ist möglich.“

Nach wie vor setzt die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung. Beobachtungen, etwa darüber wie die beiden Koffer mit den Leichen des 50-jährigen Mann und seiner Bekannten in den Unteren Schlossgarten gelangt sein könnten, nimmt die Soko Damm unter der Telefonnummer 07 11 / 89 90 - 54 68 entgegen; ebenso Anhaltspunkte zur Herkunft des Hartschalenkoffers mit den markanten Rössle-Symbolen oder zum tatsächlichen Ort der Bluttat.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: