Die Filder-Ortsverbände der Grünen haben den Brückenneubau besichtigt. Foto: Vollmer

Mit einer Radsternfahrt zur neuen Körschtalbrücke feiern die Filder-Ortsverbände der Grünen den Bauabschluss des 120 000 Euro teuren Projekts. Das marode Vorgänger-Modell musste ersetzt werden, nachdem das Sandsteinfundament zunehmend porös geworden war.

Fasanenhof/Plieningen - Gerade noch rechtzeitig zur diesjährigen Ausflugssaison ist sie fertig geworden, die neue Brücke, die seit ein paar Tagen den Weg über die plätschernde Körsch für Fußgänger und Radfahrer wieder freigibt. Die offizielle Einweihung steht zwar noch aus, die Filder-Ortsverbände der Grünen haben es sich am Samstag dennoch nicht nehmen lassen, die „gelungene Gestaltung“ im Scillatal zwischen Plieningen und dem Fasanenhof schon vorab mit einer Radsternfahrt zu begrüßen.

Gabriele Munk, Betreuungsstadträtin von Plieningen und Birkach und Organisatorin des Vor-Ort-Termins, freute sich über rund 40 Aktive, die sich auf ihrer jeweiligen Anfahrtsstrecke von Möhringen, Birkach/Plieningen, Sillenbuch/Heumaden und Degerloch ins Naturschutzgebiet Körschtal warmgestrampelt hatten. „Grund zu feiern gibt es für alle“, sagte Gabriele Munk, „denn diese Brücke verbindet Naturräume und Stadtteile, und sie sorgt für ein gutes Miteinander von Menschen, die die Natur zu schätzen wissen.“

„Dies ist ein absolut nachhaltiges Projekt“

Wie berichtet, musste das marode Vorgänger-Modell ersetzt werden, nachdem das Sandsteinfundament zunehmend porös geworden war. Erste Auflösungserscheinungen hatten sich bereits 2009 gezeigt; schließlich klaffte im Steg ein so gewaltiges Loch, dass die Brücke wegen Gefahr für Leib und Leben komplett abgeriegelt werden musste. Spaziergänger auf dem Weg zur zwischenzeitlich geschlossenen Gartenwirtschaft „Zillertal“ standen ebenso vor der Absperrung wie Wanderer auf dem Rundkurs „Möhringer Hexenweg“. Alle Hoffnungen auf Sanierung und Erhalt des vermutlich mehr als hundert Jahre alten Überweges machte eine Untersuchung im Auftrag des Tiefbauamts zunichte: Die historische Sandstein-Konstruktion war nicht zu retten, ein Neubau war aber nicht unumstritten (wir berichteten). Für das neue Bauwerk nahm die Stadt 120 000 Euro in die Hand – und erntet für das Kleinod nun „grünes“ Lob. „Dies ist ein absolut nachhaltiges Projekt“, betonte Gabriele Munk.

Für Nikolaus Tschenk hatte die Radsternfahrt zum neuen Körschbrückle eine durchaus symbolische Bedeutung. „Alternative Verkehrsmittel sind notwendig“, sagte der grüne Landtagsabgeordnete. In Sachen Schadstoffemission sei die Feinstaubbelastung in Stuttgart immer viel zu hoch. „Die Radwegeförderung ist deshalb kein Spleen“, stellte Tschenk als Mitglied im Verkehrsausschuss fest. Mit Muskelkraft ging es denn auch am Samstag weiter: Die Teilnehmer ließen ihre Zweiräder noch zu einer Wiese außerhalb des Naturschutzgebietes rollen, um den Ausflug mit einem Picknick im Grünen abzurunden.

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