In Köngen haben sich einige Jugendliche zusammengetan, die sich kommunalpolitisch engagieren wollen – Unterstützer hat die Gruppe bereits einige gefunden.
Jugendbeteiligung ist die aktive Teilhabe von jungen Menschen an Planungs- und Entscheidungsprozessen des öffentlichen Lebens - in Schulen, Vereinen oder auf verschiedenen politischen Ebenen. Jede Kommune ist laut Gemeindeordnung des Landes verpflichtet, Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise zu beteiligen. Auch in Köngen haben sich nun Jugendliche zusammengefunden, die sich politisch engagieren wollen.
Vieles ist noch in der Schwebe, die Unterstützung der Gruppe kann sich indes schon sehen lassen.Elias Nagel, ehemaliger Burgschüler, aktuell in Ausbildung zum Karosseriebauer, bezeichnet sich selbst als „Urgestein“ des Köngener Jugendrats. „Während die Corona-Pandemie habe ich angefangen, mich für Politik zu interessieren“, erzählt der 17-Jährige. Nach dem Besuch einer Kreisjugendkonferenz in Nürtingen kam er auf die Idee, die Jugendbeteiligung auch in seinem Heimatort voranzutreiben.
Jugendliche haben Kontakt mit der Lokalen Agenda
In Köngens Bürgermeister Ronald Scholz, damals ganz frisch im Amt, fand er einen Mitstreiter, auch das Jugendhaus Trafo war schnell mit an Bord. Inzwischen hat die Gruppe zudem Kontakt zur Köngener Lokalen Agenda Menschen 21, die ebenfalls Unterstützung zugesagt hat. „Es gab immer schon den Wunsch, eine Jugendvertretung in Köngen zu gründen, es hat sich aber nie eine feste Gruppe dafür gefunden“, erklärt Sozialpädagoge Andreas Steinle vom Trafo.
Zwar gab es bereits Beteiligungsprozesse in der Vergangenheit, die waren aber stets an ein konkretes Projekt, wie etwa den Pumptrack, gekoppelt. Das soll nun anders werden, Nagel rührte kräftig die Werbetrommel und mittlerweile hat sich eine relativ konstante Gruppe von acht Köngener Jugendlichen, der Altersdurchschnitt liegt bei 16 Jahren, gefunden. „Wir treffen uns jeden zweiten Dienstag im Trafo“, sagt Emelie Blessing.
„Das Gefühl, dass der Bürgermeister voll hinter uns steht“
Auch der Kontakt zum Rathaus ist nach wie vor eng: „Wir haben das Gefühl, dass der Bürgermeister voll hinter uns steht“, lobt die 15-Jährige. Zu Recht: „Ich freue mich sehr, dass sich in Köngen Jugendliche gefunden haben, die die Interessen junger Menschen bündeln wollen und in den kommunalpolitischen Raum tragen möchten. Dieses Engagement ist keineswegs selbstverständlich und verdient deshalb unsere volle Unterstützung“, sagt Verwaltungschef Scholz.
Öffentlich in Erscheinung getreten ist der Köngener Jugendrat erstmals anlässlich der 950-Jahr-Feier der Gemeinde im Juli beim Familienfest im Römerpark. „Dort haben wir Ideen gesammelt, welche Projekte wir angehen könnten“, erzählt Bernice Heckmann. Wünsche waren unter anderem die Ortsmitte lebendiger gestalten, das Radwegenetz und die ÖPNV-Verbindungen zu verbessern und ein Calesthenics-Park – das ist öffentlicher Outdoor-Trainingsbereich mit Geräten wie Stangen, Barren und Sprossenwänden. Letzteren Wunsch haben die Jugendlichen bereits mit der Verwaltung besprochen und auch schon einen möglichen Standort beim Pumptrack ausgeguckt.
Noch diskutiert die Gruppe, ob sie künftig als Jugendrat oder als gewählter Jugendgemeinderat firmieren will. Was dagegen klar ist, wohin es gehen soll: „Unser langfristiges Ziel ist ein festes Gremium zu werden, das Ideen und Wünsche von Köngener Jugendlichen sammelt und im Gemeinderat vorstellt“, erklärt Lukas Pum. „Wir wollen in der Gemeinde verankert sein und gehört werden“, ergänzt Blessing. Dem Gemeinderat will sich die Gruppe in der Januarsitzung persönlich vorstellen, auch ist geplant den Kontakt zu den Fraktionen zu intensivieren.
Neue Mitstreiter seien herzlich willkommen, weitere Infos gibt es via Instagram (#jugendrat_koengen) oder per Mail (jugendratkongen@outlook.de).