Twitter-Hit: Ein Stein-Männchen, das offenbar Oralverkehr mit sich selbst hat, hängt am Kölner Rathausturm. Foto: dpa

Eine Steinfigur am Kölner Rathaus, die ihr eigenes Geschlechtsteil im Mund hält, erregt das Netz. Wir erklären, was es mit dieser ungewöhnlichen Pose auf sich hat.

Köln - Eine kleine Steinfigur mit blankem Hintern, die Oralverkehr mit sich selbst hat: Diese ungewöhnliche künstlerische Darstellung kann man am Kölner Rathaus bestaunen. Es handelt sich um eine Kopie des Originals von 1410, die über ein Bildnis des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden (um 1205-1261) angebracht ist.

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter hat die Statuette eine beachtliche Online-Karriere hingelegt. Mehr als 38 600 Mal wurde der Tweet bisher gelikt und über 12 000-mal retweetet.

Der englischsprachige Twitter-Kanal „Whores of Yore“ (Huren von einst), der nach eigenen Angaben die Geschichte der Sexualität erforscht, hatte das Foto von dem Männchen, das mit heruntergelassener Hose und Kopf zwischen den Beinen posiert und dabei sein eigenes Geschlechtsteil im Mund hält, ins Netz gestellt.

Die Darstellung dieser ungewöhnlichen Variante menschlicher Lust soll offenbar das Laster der Selbstbefriedigung symbolisieren.

Mit Yoga zur Auto-Erotik

Um die für eine solche Pose erforderliche körperliche Flexibilität zu erlangen, bedarf es viel gymnastischer Übung und Yoga. Nur sehr gelenkigen Männern ist eine orale Selbstbefriedigung – im sexualwissenschaftlichen Fachjargon Autofellatio genannt (griechisch: „autos“ – selbst; lateinisch: „fellare“ – saugen) – überhaupt möglich.

Der britische Sexualforscher Havelock Ellis (1859-1939) war einer der Ersten, der sich wissenschaftlich mit dem Thema „Auto-Erotism: Using your own Body as a Sexual Object“ („Auto-Erotik: Den eigenen Körper als sexuelles Objekt verwenden“; erschienen in „Studies in the Psychology of Sex“, 1901-1928) beschäftigte.

Nur ein Mann von 400 ist flexibel genug

Der Kinsey-Report („Sexual Behavior In The Human Male“) des amerikanischen Sexualforschers und Zoologen Alfred C. Kinsey von 1949 nennt einen Anteil von 0,2 bis 0,3 Prozent der männlichen Bevölkerung, der zu einer solchen Handlung in der Lage sei.

Ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung versuche es zumindest in der frühen Pubertät, erklärt Kinsey. Doch er schränkt ein: „Nur ein Mann von 400 ist flexibel genug, um sich selbst oral zu erfreuen.“

Kinsey vermutet einen animalischen Hintergrund für diese sexuelle Praxis. Bei Primaten sei Autofellatio eine normale Form der sexuellen Betätigung.

Derbe sprachliche Entgleisung von Trumps Ex-Kommunikationschef

Einer der bekanntesten verbalen Entgleisungen zum Thema Autofellatio stammt von Anthony Scaramucci, dem früheren Kurzeit-Kommunikationschef von US-Präsident Donald Trump.

Scaramucci beschimpfte in seiner nur zehntägigen Amtszeit (21. bis 31. Juli 2017) Trumps damaligen Chef-Strategen Stephen Bannon in einem Interview mit dem Magazin „New Yorker“ auf derbste und übelste Weise: „I’m not Steve Bannon, I’m not trying to suck my own cock“ („Ich bin nicht Steve Bannon. Ich versuche nicht, meinen eigenen Sch... zu lutschen.“).

Nach der Veröffentlichung des Zitates entschuldigte sich Scaramucci auf Twitter für seine „farbenfrohe Wortwahl“.

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