Auf der Waldebene Ost hat die Polizei diese Hinweise ausgehängt. Foto: Amelie Englert

Hundebesitzer, die ihre Tiere auf der Waldebene Ost ausführen, sind verunsichert: Die Polizei warnt vor gefährlichen Ködern in dem Naherholungsgebiet.

S-Ost -

Lucy und Finja dürfen erst mal nur noch an der Leine laufen. Ihrem Frauchen, Inge König, ist es zu gefährlich die beiden Dackeldamen auf den Wegen der Waldebene Ost frei herumlaufen zu lassen. Seitdem auf der bei Hundehaltern sehr beliebten Gassistrecke im Wald Giftköder gefunden wurden, hat sie Angst um ihre Hunde.

Mit Zahnstochern präpariertes Stück Fleisch

„Ich gehe hier eigentlich immer mit Lucy und Finja Gassi“, erzählt König. Momentan sei ihr dabei schon „ein wenig unwohl“. Am Freitagmorgen hatte eine Frau der Polizei die Köder gemeldet. Sie war mit ihren Hunden auf dem Buchrainsträßle zwischen dem Funkturm und den Sportplätzen des TB Gaisburg 1886 spazieren gewesen. Neben einem Parkplatz hatte einer ihrer beiden Hunde ein mit Zahnstochern und Geldstücken präpariertes Stück Fleisch gefunden und davon gefressen. Dieses hatte auf einem Teller neben einem mit Trockenfutter und Schweinefüßen gefüllten Gefäß gelegen.

Dass es jemand darauf angelegt habe, Hunde durch die Köder zu verletzten, sei offensichtlich gewesen, so die Polizei. Bisher habe man aber noch keine Hinweise auf den oder die Täter.

Inge König ist entsetzt. „Wer macht denn so was?“ Auch ein älterer Herr, der mit seinem Hovawart im Wald unterwegs ist, ist empört. „So etwas ist doch Tierquälerei!“ Die Polizei kann das nur bestätigen. Es seien meist Tierquäler, die die Köder gezielt an beliebten Hundeausführstrecken auslegen würden. „Normalerweise liegen derartige Leckerlis immer in größeren Mengen aus“, erklärt ein Polizist. „Die Hundehasser möchten ja schließlich eine möglichst große Trefferquote erreichen.“

Zum Glück kein Tier ernsthaft verletzt

Zum Glück ist es auf der Waldebene bisher bei den zwei gefundenen Ködern geblieben und kein Hund wurde ernsthaft verletzt. Auch der Hund, der am Freitag den ersten Köder gefunden hatte, ist wohlauf. Entwarnung hat die Polizei bisher aber noch nicht gegeben. Weitere verteilte Futterstücke können nicht ausgeschlossen werden.

Um die Hunde zu schützen und ihre Halter vor möglichen weiteren Giftködern zu warnen, haben die Beamten nun Warnhinweise an Bäumen am Rand der Waldwege ausgehängt. Darauf wird allen Frauchen und Herrchen nahegelegt, ihre Hunde vorerst an der Leine zu behalten und sie nichts Unbekanntes fressen zu lassen. „Es wäre gut, wenn die Infozettel noch an den Parkplätzen angebracht würden“, meint ein Spaziergänger. „Schließlich laden hier die meisten Leute ihre Hunde aus.“

Inge Königs Dackel Lucy und Finja lassen sich von der ganzen Aufregung trotzdem nicht die Laune verderben. Fröhlich kläffend und schwanzwedelnd genießen sie trotz Leine ihren Spaziergang durch die ersten warmen Frühlingssonnenstrahlen.

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