Die Kochertalbrücke auf dem Streckenabschnitt der A 6 zwischen Heilbronn und Crailsheim ist mit 185 Metern die höchste Autobahnbrücke Deutschlands. Foto:  

Sie ist eine Meisterleistung der Ingenieure: Die Kochertalbrücke wird 40. Am Wochenende wird mit viel Politprominenz gefeiert. Zum Jubiläum erscheint auch ein neuer Bildband.

Geislingen - Die meisten fahren einfach nur drüber. Das ist schade, denn dieses im Grunde profane Bauwerk ist besonders – ästhetisch, bautechnisch, geologisch, sogar politisch betrachtet. Die Rede ist von der Kochertalbrücke, über die zwischen Heilbronn und Nürnberg die Autobahn 6 unweit von Geislingen (Kreis Hall) das Kochertal quert. Vor 40 Jahren wurde die mit bis zu 185 Meter hohen Brückenpfeilern damals höchste Talbrücke der Welt fertiggestellt; heute ist sie noch immer die höchste Deutschlands.

Fritz Leonhardt wirkte als Berater mit

Die Herausforderung ist geglückt, „das besonders schöne Landschaftsbild dieses Tales wirklich (zu) erhalten“, so beschrieb der berühmte Bauingenieur Fritz Leonhardt die Anforderungen. Der Erbauer des Stuttgarter Fernsehturms wirkte damals als Berater mit. Dass das 1128 Meter lange Bauwerk nebenbei im gesetzten Kosten- und Zeitrahmen erstellt wurde, scheint heute unvorstellbar. Der Geburtstag wird dem Anlass entsprechend an diesem Wochenende mit viel Politprominenz gefeiert. Die Karten für die Chance, unter der Fahrbahn zu Fuß den Hohlkörper zu durchqueren, sind längst vergriffen.

Eine Bedeutung für die Osterweiterung der EU

Bleiben zwei Möglichkeiten, die sich freilich nicht ausschließen: das Kochertal und seine Brücke wandernd umrunden und/oder in dem schönen Bildband schmökern. Der ist rechtzeitig zum Jubiläum erschienen und versammelt zunächst mal außerordentlich schöne aktuelle Aufnahmen des Bauwerks von dem Hohenloher Fotografen Roland Bauer. Die historischen Fotos stammen von Wolfgang Fuchs, Bautechniker und Zeitzeuge der Jahre des Brückenbaus von 1976 bis 1979. Wer sich mit der Geschichte, dem Bau und der Wirkung von Deutschlands höchster Brücke beschäftigt, mag sich dem Urteil von Walter Döring (FDP) anschließen. Der Ex-Wirtschaftsminister Baden-Württembergs hebt die Bedeutung der Brücke für die Osterweiterung der Europäischen Union hervor und fordert: „Diese Brücke verdient eine Namensänderung, denn sie ist die eigentliche Europabrücke!“

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