Soll künftig besser wirtschaften: Theaterhaus-Chef Werner Schretzmeier Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Im Streit zwischen Grünen und CDU um höhere Zuschüsse für das Stuttgarter Theaterhaus hat sich die CDU bis auf weiteres durchgesetzt: Es gibt erst mal nur eine Nothilfe – dann folgt ein Sanierungsplan.

Stuttgart - Mit einer Sonderzahlung von 243 000 Euro will das Land Baden-Württemberg dem Stuttgarter Theaterhaus aus der Patsche helfen. Die Hilfe, die an diesem Dienstag vom Kabinett gebilligt werden soll, ist aber geknüpft an Bedingungen: Auf Verlangen der CDU-Landtagsfraktion muss die Spielstätte auf dem Stuttgarter Pragsattel ein Sanierungskonzept vorlegen. Dabei geht es um Einsparungen, aber auch um ein professionelleres Wirtschaften. Erst dann will man über künftige Zuschüsse entscheiden.

Mehr Geld auch für andere Theater

Zudem bekommen auf Druck der CDU drei Privattheater im ländlichen Raum – die Volksschauspiele Ötigheim, das Figurentheater Eppingen und das Theater am Puls in Schwetzingen – 2019 ebenfalls zusätzliches Geld, nämlich insgesamt 100 000 Euro.

Theaterhaus-Chef Werner Schretzmeier hatte im März in einem Brandbrief die Stadt Stuttgart sowie das Land um Hilfe gebeten. Ein Defizit aus dem Jahr 2018, in dem die Besucherzahlen einbrachen und ein Sponsor absprang, ließ sich nicht mehr ausgleichen. Schretzmeier sprach von rund 600 000 Euro, tatsächlich fehlen laut einer Prüfung rund 1,13 Millionen Euro. Das Theaterhaus hat aktuell einen Jahresetat von elf Millionen Euro. Die Stadt Stuttgart und das Land übernehmen davon drei Millionen, und zwar im Verhältnis 2:1. In diesem Verhältnis wird nun auch die Nothilfe gewährt: Die Stadt Stuttgart hat bereits im Juli ihren Teil (486 000 Euro) zugesagt, nun folgt das Land (243 000 Euro). Weitere 300 000 Euro kommen von der Stiftung Theaterhaus, 100 000 Euro von einem privaten Spender.

Das Stuttgarter Theaterhaus ist mit 300 000 Besuchern jährlich eine der beliebtesten Spielstätten im Land. 70 Prozent seines Budgets finanziert das Haus durch eigene Einnahmen – laut dem Landeskunstministerium ist das vergleichsweise viel. Das Ministerium wollte zunächst den jährlichen Zuschuss des Landes um rund 600 000 Euro erhöhen – ein Vorhaben, das nicht nur bei der CDU-Fraktion im Landtag auf Widerstand stieß. Auch die Stadt Stuttgart, die ja noch mehr Steuergeld an das Theaterhaus zahlt als das Land, sah dieses Vorgehen skeptisch. Nun soll erst mal ein Gutachten klären, was zu tun ist.

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