Wer bekommt welches Ministerium? Darüber wollen sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann und CDU-Landeschef Thomas Strobl in den kommenden Tagen einigen. Foto: dpa/Marijan Murat

Erst in einigen Tagen soll der Zuschnitt der Ministerien verkündet werden. Namen gibt es noch später – doch es wird bereits wild spekuliert.

Stuttgart - Mit dem Abschluss des Koalitionsvertrags zwischen Grünen und CDU nehmen die Personalspekulationen in Stuttgart Fahrt auf. Noch ist unklar, wie die künftigen Ministerien aussehen werden, sprich: welche Themen unter welchem Dach vereint werden. Das knobeln der Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und der CDU-Landeschef Thomas Strobl bis Mittwoch aus. Vieles ist dem Vernehmen nach im Fluss.

 

Die Zahl der Ministerien könnte sich erhöhen von bisher zehn auf elf – plus Staatsministerium. Das schloss Winfried Kretschmann zuletzt zumindest nicht aus. Als schon fast ausgemacht gilt im Umfeld der Koalitionäre, dass die Grünen das Kultusministerium beanspruchen. Wenn dann noch Bereiche wie das Europaressort oder Innovation ins Staatsministerium gehen, müsste man im Machtgefüge einen Ausgleich finden, etwa indem man der CDU ein neues Ministerium zugesteht. Im Gespräch ist wohl ein kleines Haus für Digitales und Bauen.

Wer bleibt?

Bisherige Minister gelten in Teilen als gesetzt. CDU-Landeschef Thomas Strobl wird seinen Posten als Innenminister nicht abgeben. Bleibt das Landwirtschaftsministerium bei der CDU, gilt auch Peter Hauk als Kandidat, über den Kretschmann sagt, man könne mit ihm grüne Landwirtschaftspolitik machen. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut galt zeitweise als Wackelkandidatin, doch sie genießt einen guten Ruf bei Unternehmern. Vor allem werden der CDU-Landrätin Stefanie Bürkle, die mit am Verhandlungstisch der Koalitionäre saß, keine Ambitionen auf einen Kabinettsposten nachgesagt. Auf grüner Seite dürften Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Verkehrsminister Winfried Herrmann und Sozialminister Manfred Lucha bleiben.

Wer kommt?

Neubesetzungen stehen also für das Kultusministerium, das Umweltministerium und das Finanzministerium an. Die einstige CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann hat nach dem für ihre Partei enttäuschenden Abschneiden ihren Abschied aus der Politik verkündet – auf grüner Seite hatten Edith Sitzmann und Franz Untersteller schon vor der Wahl angekündigt, nicht weiter machen zu wollen. Geht das Kultusministerium an die Grünen, fiel zuletzt der Name Theresa Schopper. Die bisherige Staatsministerin hat nicht nur die Fachgruppe Bildung bei den Koalitionsverhandlungen geleitet, sondern in ihrer Funktion im Staatsministerium auch die Arbeit mit dem Kultusministerium koordiniert. Sie wäre also schon im Thema. Zeitweise wurde schon über eine grün-schwarze Hausspitze spekuliert. Dann könnte CDU-Staatssekretär Volker Schebesta bleiben. Bei Umwelt und Finanzen sind mehrere Namen im Spiel. Neben der Finanzstaatssekretärin Gisela Splett kursiert der Name der finanzpolitischen Sprecherin Thekla Walker. Die frühere Grünen-Landesvorsitzende gilt als sattelfest in vielen Themen und war früher schon als Staatssekretärin im Umweltministerium im Gespräch. Dem Vernehmen nach will auch der frühere Nabu-Chef Andre Baumann zurück nach Stuttgart. Er war zuletzt Bevollmächtigter des Landes beim Bund und davor Umwelt-Staatssekretär. Für seinen Posten in Berlin ist offenbar Noch-Regierungssprecher Rudi Hoogvliet im Gespräch.

Auf CDU-Seite hingegen taucht der Name Nicole Razavi auf. Sollte es ein neues CDU-Ministerium geben, könnte die parlamentarische Geschäftsführerin aus Geislingen Chancen haben. Dem Noch-Fraktionschef Wolfgang Reinhart werden Ambitionen auf das Justizministerium nachgesagt.

Fraktionschef bei der CDU könnte Generalsekretär Manuel Hagel werden. Reinhart hat mit der Neuwahl nächsten Dienstag angekündigt, seinen Platz zu räumen. Bei den Grünen dürfte Andreas Schwarz bleiben. Die große Fraktion mit vielen neuen Gesichtern brauche eine starke Führung, heißt es.